Energie : Merkel legt Grundstein für Hybridkraftwerk in Prenzlau

In Prenzlau hat Bundeskanzlerin Merkel zusammen mit Ministerpräsident Platzeck den Grundstein für ein neues Kraftwerk gelegt. Das Besondere: Strom wird durch Windenergie, Biogas und Wasserstoff gewonnen, nach Wetterlage und Bedarf. Das Hybridkraftwerk ist weltweit einzigartig.

Hybridkraftwerk
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck bei der Grundsteinlegung zum Hybridkraftwerk in...Foto: dpa

PrenzlauBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) haben am Dienstag in Prenzlau den Grundstein für ein Hybridkraftwerk gelegt. Bei der Anlage handelt es sich nach Angaben des Investors Enertrag um das weltweit erste Wasserstoff-Wind-Biogas-Hybridkraftwerk.

Merkel bezeichnete das 21 Millionen Euro teure Vorhaben als "qualitativen Meilenstein". Es führe unterschiedliche erneuerbare Energieträger zusammen und sei damit richtungsweisend für die Zukunft. Kraftwerke dieser Art könnten dabei helfen, dass Deutschland seine Klimaziele erreicht. Bis 2020 sollen bundesweit 20 Prozent des gesamten Energieverbrauchs über regenerative Energien gedeckt werden.

Platzeck sprach von einem "Quantensprung" bei der Nutzung erneuerbarer Energien. Von der Uckermark und Brandenburg gehe ein Signal aus, dass weit über Deutschland hinaus reiche. Der SPD-Politiker zeigte sich davon überzeugt, dass es in 20 Jahren viele solcher Kraftwerke geben werde.

Stromerzeugung mit Wind, Biogas und Wasserstoff

Das Hybridkraftwerk soll in einem Jahr in Betrieb gehen. Nach Angaben von Enertrag werden damit erstmals in einer industriellen Anlage Windkraft, Biogas und Wasserstoff physikalisch miteinander in Verbindung gebracht. Drei Windkraftanlagen produzieren Strom. Wird mehr Strom produziert, als aktuell benötigt, produziert ein Elektrolyseur aus dem Überschuss Wasserstoff. Dieser wird anschließend gespeichert.

In windschwachen Zeiten kann der Wasserstoff mit einem ebenfalls in dem Kraftwerk produzierten Biogas gemischt und in zwei Blockkraftwerken wieder in Strom und Wärme umgewandelt werden. Damit liefert das Kraftwerk unabhängig von Windschwankungen Energie. Der Wasserstoff kann auch als CO2-freier Kraftstoff zum Antrieb von Autos verwendet werden. (am/ddp)

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