Energieerzeuger : Eon rechnet nicht mit Zerschlagung

"Solche Prozesse dauern in Brüssel lange, besonders wenn wichtige Mitglieder wie Frankreich und Deutschland dagegen sind," sagte Eon-Chef Bernotat. Allerdings hält er die EU-Kommission für eine größere Gefahr als Russland.

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Eon-Chef Wulf Bernotat gibt dem Staat die Schuld an den stetig steigenden Strompreisen. -Foto: ddp

Frankfurt/Berlin/Köln"Alle reden von Russland, doch die wirkliche Bedrohung kommt von der Europäischen Kommission", sagte Bernotat der "Financial Times". Vor allem in Osteuropa gibt es Ängste, Russlands staatlich kontrollierter Gazprom-Konzern könnte wichtige Teile der EU-Energiewirtschaft unter seine Kontrolle bringen.

Die EU-Kommission hingegen, die Bernotat mit seiner Kritik angeht, plant eine Trennung Aufspaltung von Energieerzeugung und Netzbetrieb bei den großen Energiekonzernen, um den Wettbewerb zu fördern und die Strompreise zu senken. Bernotat zeigte sich zuversichtlich, dass sein Unternehmen nicht zerschlagen wird. "Ich bin ziemlich sicher, dass es nicht zur Entflechtung kommen wird", sagte der Eon-Chef. "Solche Prozesse dauern in Brüssel lange, besonders wenn wichtige Mitglieder wie Frankreich und Deutschland dagegen sind." Allerdings betonte er: "Eine Entflechtung würde Eon nicht killen."

In der Debatte um hohe Strompreise hat sich nun auch der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel dafür ausgesprochen, den Markt für neue Anbieter zu öffnen. Die Zahl der Produzenten müsse stiegen, damit seien mehr Wettbewerb und wettbewerbliche Preisbildung möglich, sagte Rhiel (CDU) im Deutschlandfunk. Man habe im Moment einen abgeschotteten Markt und mit vier großen Stromkonzernen ein "Oligopol". Diese Marktmacht weniger Unternehmen müsse beendet werden. Dafür muss nach Rhiels Ansicht das Wettbewerbsrecht erweitert werden. Dann könne das Kartellamt die Konzerne zwingen, einen Teil ihrer Kraftwerke an Dritte zu verkaufen. (mit dpa)