Energiekonzerne : EnBW erneut mit Milliarden-Gewinn

Trotz der Rückgänge im Gasgeschäft und geringerer Netzentgelte hat der drittgrößte deutsche Energieversorger EnBW seine Milliarden-Vorsteuergewinne vom vergangenen Jahr stabilisieren können.

KarlsruheIn den ersten neun Monaten des Jahres erwirtschaftete der Konzern einen Vorsteuergewinn (Ebit) von 1,14 Milliarden Euro und damit 11,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Einen Milliardengewinn vor Steuern nach drei Quartalen hatte EnBW erstmals im vergangenen Jahr eingefahren.

Dank steuerlicher Einmaleffekte in Höhe von 420 Millionen Euro konnte der Karlsruher Energieversorger seinen Konzernüberschuss um 526 Millionen Euro auf 1,12 Milliarden Euro steigern. EnBW profitiert dabei wie andere Unternehmen von vorgezogenen Sondereffekten der Unternehmenssteuerreform 2008. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) verbesserte sich um elf Prozent auf 1,28 Milliarden Euro. Der Umsatz wuchs um 14,1 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro (9,46). "EnBW befindet sich auf stabilem Wachstumskurs", sagte der neue Chef des Unternehmens, Hans-Peter Villis. Er ist seit dem 1. Oktober im Amt.

EnBW will auf dem Strommarkt noch mehr verdienen

Zu dem guten Ergebnis hätten unter anderem Verbesserungen im Geschäftsfeld Energie- und Umweltdienstleistungen beigetragen. Damit seien etwa erhebliche Senkungen der Netznutzungsentgelte durch die Bundesnetzagentur ausgeglichen worden. Außerdem habe man den wegen des milden Winters geringeren Verkauf von Gas auffangen können, hieß es. Im Geschäftsfeld Gas war das Ebitda, der Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, um 28,1 Prozent auf 183 Millionen Euro zurückgegangen. Beim Strom hingegen, mit dem die EnBW in den ersten neun Monaten 2007 rund 80 Prozent ihrer Umsatzerlöse erwirtschaftete, stieg das Ebitda um 2,4 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro.

"Für das vierte Quartal 2007 streben wir in den Geschäftsfeldern Strom sowie Energie- und Umweltdienstleistungen eine Steigerung der Ergebnisse im Vergleich zum Vorjahr an", sagte Villis. Im Geschäftsfeld Gas werde aber mit einem erneuten Rückgang der Zahlen gerechnet. Mit dem Neun-Monatsbericht legt EnBW erstmals Zahlen unter seinem neuen Chef vor. Villis hatte das Amt von seinem Vorgänger Utz Claassen übernommen, der nach der erfolgreichen mehrjährigen Sanierung das Unternehmen verlassen hatte. (mit dpa)