Energiemarkt : Strompreise steigen ab morgen erneut

Die Kunden von über 50 Anbietern müssen ab Mittwoch tiefer in die Tasche greifen: Nach der ersten Erhöhung der Strompreise am 1. Juli werden die Abgaben nochmals angehoben. Bundeskartellamt und Verbraucherschützer riefen die Betroffenen wiederholt zum Wechsel auf.

Stromzähler Foto: ddp
Strompreiserhöhungen und kein Ende? -Foto: ddp

Nach einer ersten Teuerungswelle vor einen steigen die Strompreise in Deutschland ab morgen erneut. Die Kunden von 55 Stromanbietern müssen ab dem 1. August mehr zahlen, wie das Stromverbraucherportal Verivox mitteilte. Vor allem kleinere und mittlere Versorger erhöhen die Preise. Durchschnittlich werden die Preise demnach um 7,9 Prozent steigen, die stärkste Erhöhung beträgt 17,8 Prozent beim Versorger F.X. Mittermaier & Söhne GmbH im bayerischen Isen. Grundlage der Berechnung ist der Verbrauch eines Vier-Personen-Haushaltes von 4000 Kilowattstunden im Schnitt.

Schon zum 1. Juli hatten laut Verivox 113 Versorger ihre Strompreise erhöht. Zu diesem Datum war die staatliche Strompreisaufsicht ausgelaufen. Die weiter steigenden Preise lassen Verbraucher häufiger den Anbieter oder den Tarif wechseln. Der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) schätzt, dass allein in diesem Jahr zwischen drei und sechs Millionen Stromkunden gewechselt haben. Derzeit erhalten etwa die Anbieter von Öko-Strom nach eigenen Angaben einen niemals da gewesenen Zulauf an Kunden, die von herkömmlichen Anbieter wechseln.

Aufrufe zum Wechsel

Laut VDEW werden am Mittwoch die computergestützten Prozesse zur Strombelieferung bundesweit einheitlich geregelt. Damit würden die Unternehmen den Wechsel noch "reibungsloser bearbeiten, da nun alle Marktteilnehmer dieselben Verfahren nutzen", erklärte Roger Kohlmann, stellvertretender VDEW-Hauptgeschäftsführer. Die neuen Regeln gehen demnach auf einen Beschluss der Bundesnetzagentur zurück. Allerdings können die Unternehmen zunächst für zwei Jahre ihre Systeme mit Genehmigung der Bundesnetzagentur beibehalten, wenn diese Konkurrenzanbieter beim Wechsel-Prozess nicht diskriminieren.

Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur haben deutsche Stromkunden wiederholt zum Wechsel aufgefordert, sollte der Kunde nicht mehr mit dem Angebot seines Anbieters zufrieden sein. Die Angebote können per Internet verglichen werden. Für den Wechsel reicht es meist, dem neuen Anbieter einen Stromlieferauftrag zu schicken. Dieser übernimmt dann die weiteren Formalitäten. Auch der Bund der Energieverbraucher rief die Kunden nochmals zum Wechsel auf. (mit AFP)