Energiepolitik : Kampf gegen Windräder

Windkraftanlagen müssen künftig mindestens 1000 Meter von Wohnsiedlungen entfernt gebaut werden. Damit will Brandenburgs Landesregierung laut Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD) "die Menschen vor Störungen durch Lärm oder Schattenwurf von Windkraftanlagen schützen".

Claus-Dieter Steyer

Potsdam - Mit dem Mindestabstand sei ein guter Kompromiss erzielt worden. Demnach soll der Anteil von regenerativen Energien an der Stromerzeugung bis 2020 von sechs auf 20 Prozent steigen. In erster Linie werden dafür Wind- und Solarenergieanlagen sowie Biomasse-Kraftwerke ausgebaut.

Umweltminister Dietmar Woidke sieht die für Windanlagen geeigneten Gebiete in Brandenburg in absehbarer Zeit ausgelastet. Allerdings gibt es offenbar Planungen von beträchtlichen Dimensionen. Laut Statistik produzierten die Ende 2008 bestehenden 2644 Anlagen rund 3700 Megawatt. Bis 2020 soll der Wind aber laut Landesregierung 7500 Megawatt liefern. Zwar werden dafür auch Altanlagen erneuert, aber die neuen Gebiete mit Windkraft-Eignung sollen sich auf 555 Quadratkilometer erstrecken. Berlins Fläche beträgt 892 Quadratkilometer.

In vielen Gegenden wehren sich Bürgerinitiativen gegen Windräder. Die „Volksinitiative gegen die Massenbebauung Brandenburgs mit Windenergieanlagen“ hatte bis April fast 27 000 Unterschriften dem Landtag eingereicht, von denen 22.035 gültig waren. Die Initiatoren verlangen einen Mindestabstand von 1500 Metern. Die gegen den „Windmühlenkapitalismus“ kämpfende Initiative „Rettet die Uckermark“ hat sogar den Sprung in den Kreistag geschafft. Hier stehen in manchen Orten Windräder gleich hinter den letzten Häusern. Die versprochenen Arbeitsplätze seien nicht gekommen, den Schaden für sinkende Immobilienwerte zahle niemand. 

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