Energieversorger : Vattenfall verkauft weniger Strom

Der Energie-Riese Vattenfall spürt den Kundenzorn: Der Konzern konnte im ersten Halbjahr weniger Strom absetzen. Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen dennoch eine Gewinnsteigerung ein.

Vattenfall
Vattenfall setzt weniger Strom ab. -Foto: ddp

BerlinDer deutsche Energieversorger Vattenfall Europe hat in der ersten Jahreshälfte einen deutlichen Rückgang beim Stromverkauf an Endkunden verzeichnet. Dieser sank im Vergleich zur Vorjahresperiode von 24 auf 21,8 Terawattstunden (TWh), heißt es im Geschäftsbericht der Gesellschaft, der im Internet veröffentlicht wurde. Der Absatz im Großhandelsgeschäft ging den Angaben zufolge von 42,7 auf 41 TWh zurück. An diesem Donnerstag hält Vattenfall Europe in Berlin seine Jahreshauptversammlung ab.

Der Konzern mit Sitz in Berlin verbuchte beim Umsatz ein Wachstum von 5,56 Milliarden auf 6,27 Milliarden Euro, während der Betriebsgewinn von 1,03 auf 1,01 Milliarden Euro sank. Den Rückgang erklärte die Tochter des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall mit den milden Temperaturen im ersten Quartal sowie der Kürzung der Netznutzungsentgelte.

Vattenfall Europe war wegen der Pannen in den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel in die Kritik geraten, was auch zum Rückzug von Vorstandschef Klaus Rauscher geführt hatte. Die Auswirkungen der Abschaltungen flossen nicht in die Halbjahresbilanz mit ein. Der Konzern betonte, dass die Atommeiler außer Betrieb blieben, "bis alle Fragen zufriedenstellend geklärt sind".

Stromproduktion gesunken

Aber auch mit Brunsbüttel und Krümmel blieb die Stromproduktion in der ersten Jahreshälfte um sieben Prozent hinter dem Vorjahr zurück. "Ursachen waren die hohe Windeinspeisung und niedrige Strompreise am Spotmarkt, auch infolge der milden Witterung vor allem zu Jahresbeginn", heißt es in dem Halbjahresbericht.

Vattenfall Europe rechnet ungeachtet der Belastungen durch die Netzregulierung und die Kraftwerksabschaltungen für das laufende Geschäftsjahr mit einem Betriebsgewinn, der über dem Vorjahreswert von 1,35 Milliarden Euro liegt. Dazu beitragen soll auch die Anhebung der Strompreise. Seit Anfang Juli verlangt die Gesellschaft von ihren Privat- und Gewerbekunden rund sieben Prozent mehr. (mit dpa)