Entscheidungshilfe für Wähler : Der Wahl-O-Mat bekommt Konkurrenz - vom Bundeswahlkompass

Der Wahl-O-Mat erhält Konkurrenz: Der neue Bundeswahlkompass wurde von renommierten Wissenschaftlern erarbeitet. Er präsentiert dem Nutzer keine Ranking-Liste, sondern die Nähe zu den verschiedenen Parteien wird in einem Koordinatensystem dargestellt. Probieren Sie es aus!

von

Der Wahl-O-Mat, den viele Wähler seit Jahren als parteipolitisch unabhängigen Ratgeber für die eigene Wahlentscheidung kennen, erhält Konkurrenz. Der neue Bundeswahlkompass hilft ebenfalls, die eigene Position im deutschen Parteienspektrum zu orten. Acht Parteien stehen für die Bundestagswahl 2013 zur Auswahl: CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne, Linke, Piraten, AfD und NPD. Es werden online 30 Thesen in den Raum gestellt, die den Wahlprogrammen und anderen Parteidokumenten entnommen sind und in wenigen Minuten bewertet werden können. Erarbeitet wurde das Programm von renommierten Wissenschaftlern der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Vrije Universität Amsterdam.

Im Ergebnis der anonymen Befragung erhält der Nutzer keine Ranking-Liste, der er entnehmen kann, welche Parteien ihm in welcher Reihenfolge am nächsten stehen, sondern die Nähe zu den verschiedenen Parteien wird grafisch dargestellt. In einem Koordinatensystem (wirtschaftlich links bzw. rechts und sozial progressiv bzw. konservativ) ist die eigene politische Verortung gut ablesbar. Der Bundeswahlkompass bietet noch einen weiteren Service: Wer ein Parteilogo anklickt, dem werden programmatische Aussagen der jeweiligen Partei in Originaltexten präsentiert.

Neues Programm hat sich international bewährt

Das neue Programm hat sich international bereits bewährt. Die gleiche Methodik wurde im Rahmen der niederländischen Internet-Plattform Kieskompas (Vrije Universiteit Amsterdam) seit 2006 schon bei etlichen Wahlen in 40 Staaten erfolgreich angewendet, zum Beispiel in USA, Kanada, Frankreich, Niederlande, Belgien, Schweden, Portugal, Türkei, Marokko und Ägypten. Im nächsten Jahr kommt die Europawahl hinzu. Als Bundeswahlkompass hat die Online-Wahlhilfe jetzt in Deutschland Premiere. „Mit Themen wie Einkommen, Steuern und Sozialstaat, aber auch Deutschland, Europa und Umwelt“, wie der Akademische Direktor von Kieskompas, André Krouwel, erläutert. Am Ende erscheine die eigene politische Position in der Parteienlandschaft anschaulich als roter, eingekreister Punkt.

Nutzung ist anonym

Eingangs werden persönliche Fragen zum Alter, Wohnort usw. gestellt, das ändert nichts an der Anonymität der Nutzer. Die Wissenschaftler wollen auch gern wissen, wie die Sympathien für bestimmte deutsche Politiker verteilt sind. Auch diese Angaben sind anonym und freiwillig. Wer verraten will, welche Partei(en) er bei vergangenen Wahlen angekreuzt hat, kann dies ebenfalls tun, muss er aber nicht. An dieser Stelle merkt man, dass es sich beim Bundeswahlkompass nicht um eine staatsbürgerliche Veranstaltung handelt, sondern um ein wissenschaftliches Projekt. Interessant genug, um mitzumachen.

Wir bieten Entscheidungshilfe für Wähler: Der Tagesspiegel kooperiert mit dem Bundeswahlkompass. Sie wollen das einfach mal ausprobieren? Klicken Sie einfach in der Grafik oben auf das blaue Feld "Start" - und schon geht es los.

48 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben