Entwicklungshilfe : Geberkonferenz bringt sieben Milliarden Euro

Die internationale Gemeinschaft will in den kommenden drei Jahren fast sieben Milliarden Euro für den Kampf gegen Aids und andere gefährliche Infektionskrankheiten bereitstellen. Das ist das Ergebnis der Geberkonferenz, die heute in Berlin zuende ging.

Kofi Annan
"Guter Tag für die Gesundheit in der Welt": Kofi Annan auf der Geberkonferenz in Berlin. -Foto: AFP

BerlinZum Abschluss der zweitägigen Konferenz des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria in Berlin verkündete der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan Zusagen in Höhe von 9,7 Milliarden Dollar (6,8 Milliarden Euro). "Das ist ein guter Tag für die Gesundheit in der Welt", sagte Annan, der die Konferenz leitete. Da die Zusagen einiger wichtiger Geberländer wie Japan und den USA noch ausstehen, könnte sich die Summe noch deutlich erhöhen.

Das Ergebnis übertraf die Erwartungen des Direktors des Globalen Fonds, Michel Kazatchkine, der sich im Vorfeld Hilfen in Höhe von etwa 5,6 Milliarden Euro erhofft hatte. Der Globale Fonds müsse nun sicherstellen, dass die Mittel verantwortungsvoll, professionell und transparent eingesetzt werden, sagte Kazatchkine. Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) betonte, Deutschland sei gerne Gastgeber der Geberkonferenz gewesen. Es sei gut zu wissen, dass in Berlin die Weichen gestellt worden seien, um Millionen Menschen das Leben zu retten.

Deutschland stockt Mittel auf

Zu den größten Gebernationen gehört Frankreich, das im Zeitraum von 2008 bis 2010 rund 900 Millionen Euro zur Verfügung stellen will. Die Europäische Union will 300 Millionen Euro zuschießen. Bereits gestern hatte Deutschland angekündigt, seine Mittel auf 600 Millionen Euro aufzustocken. Außerdem wollte sich die Bundesregierung an einem Programm zur Schuldenumwandlung beteiligen und Indonesien 50 Millionen Euro erlassen, wenn das Land im Gegenzug 25 Millionen Euro in Gesundheitsmaßnahmen investiert. Von den USA, die aus haushaltsrechtlichen Gründen keine Mehrjahreszusagen machen können, werden noch einmal umgerechnet mehr als 1,5 Milliarden Euro erwartet.

Heute Morgen hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Eröffnung der Geberrunde die internationale Gemeinschaft zu einem stärkeren Engagement im Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria aufgerufen und eine "gründliche und nachhaltige Finanzierung" gefordert. Merkel sagte, die Infektionskrankheiten seien "für Millionen Menschen in der Welt eine existenzielle Bedrohung" und "ein schrecklicher Teil des Teufelskreises der Armut". Der Zugang zur Gesundheitsversorgung sei "eine Frage der Menschenwürde".

Der Globale Fonds ist ein Gemeinschaftsprojekt von staatlichen und privaten Institutionen, das zusätzliche Mittel zur Krankheitsbekämpfung einwerben soll. Seit seiner Gründung im Jahr 2002 konnte der Fonds nach eigenen Angaben umgerechnet mehr als 8,4 Milliarden Euro zur Finanzierung von 450 Gesundheitsprogrammen in 136 Ländern zusagen. (mit AFP)