Der Tagesspiegel : Erfolgreichstes Jahr für die Flughäfen Auch der Verlustbringer Schönefeld soll dank

der Billigfluglinien Ende 2008 Gewinn machen

Klaus Kurpjuweit

Schönefeld - Die Flughafengesellschaft entwickelt sich zu einem der wenigen staatlichen Unternehmen, an dem die Eigentümer Freude haben können. Gesellschafter sind Brandenburg und Berlin zu je 37 Prozent sowie der Bund zu 26 Prozent. Das vergangene Jahr war nämlich nach Angaben von Flughafenchef Dieter Johannsen-Roth das bisher erfolgreichste in der Geschichte des Unternehmens. Das Unternehmen machte Gewinn und hat bei den Passagierzahlen die höchsten Steigerungsraten von allen Flughäfen in Deutschland. Und diese Entwicklung soll sich in den nächsten Jahren fortsetzen.

Ende 2008 soll dann auch der immer noch tief in den roten Zahlen steckende Flughafen Schönefeld Gewinn machen. Im vergangenen Jahr war es „nur“ gelungen, den Verlust um 5,6 Millionen Euro auf 26,3 Millionen Euro zu senken. Dank der Billigfluglinien soll hier aber die Wende kommen, die Johannsen-Roth für Tempelhof nicht sieht. Obwohl der Verlust in Tempelhof lediglich bei 13,6 Millionen Euro lag, bezeichnete Johannsen-Roth dieses Ergebnis als „grausam“.

Die Flughafengesellschaft will Tempelhof deshalb nach wie vor Mitte 2006 schließen, falls dann die Genehmigung für den Ausbau Schönefelds zum Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) rechtskräftig sein sollte.

Den Eigenanteil für den BBI-Bau müsste die Flughafengesellschaft aus den erwirtschafteten Gewinnen bestreiten. Im vergangenen Jahr gab es im Betrieb einen Überschuss in Höhe von 1,8 Millionen Euro. Der Konzern wies einen Überschuss von 13,6 Millionen Euro aus.

Geldbringer war wieder der Flughafen Tegel mit einem Gewinn in Höhe von 41,6 Millionen Euro. Durch einen Neubau für die Mietwagenunternehmen und durch die Verlagerung von Stellflächen für Flugzeuge von der abgelegenen Nord- zur terminalnahen Südseite soll die Kapazität Tegels nochmals um zwei Millionen Passagiere gesteigert werden.

Tegel könnte noch besser dastehen, wenn alle Gesellschaften die gültigen Gebühren zahlen würden. Doch zu denjenigen, die nur einen Teil entrichten, gehört inzwischen auch die Lufthansa. Air Berlin, dba und Germania haben schon vorher die Zahlungen eigenmächtig gekürzt. Inzwischen fehlen nach Johannsen-Roths Angaben bereits insgesamt 37 Millionen Euro in der Kasse. Das dämpft die Freude dann doch.

0 Kommentare

Neuester Kommentar