Erfolgsfrau : Barbie das emanzipierte Blondchen?

Barbie als Vorbild für die junge Frauen-Generation? Eine Ausstellung in Köln versucht ihr Glück, feministisch-ambitioniert auf die vielen Rollen der wohl beliebtesten Plastikpuppe der Welt aufmerksam zu machen.

Barbie
Barbie kann alles - nicht nur hübsch sein! -Foto: morguefile.com

KölnBarbie ist keineswegs ein dummes Blondchen, sondern eine hochemanzipierte Frau, die sich im Beruf verwirklicht - so lautet die Botschaft einer Ausstellung im Kölnischen Stadtmuseum. "Es ist höchste Zeit, sich von gewissen Vorurteilen zu trennen", sagte die Ausstellungsmacherin Karin Schrey. "Barbie hat ein absolut sauberes Image."

Die Ausstellung vom 1. September bis zum 28. Oktober zeichnet auf Text- und Bildtafeln die Berufswelten von Frauen seit dem Zweiten Weltkrieg nach und stellt dem 320 Barbiepuppen in den verschiedensten Berufsoutfits gegenüber: Barbie als Feuerwehrfrau, Barbie als Paläontologin. "Uns ging es darum, den Zeitgeist an der Puppe festzumachen", sagte Schrey. "Barbie war ihrer Zeit immer voraus. Sie hat eigentlich immer alle Berufe zuerst gehabt. Sie war die erste Amerikanerin im All." Und noch vor Hillary Clinton nahm sie sich vor, als erste Frau ins Weiße Haus einzuziehen. Es seien ja gerade nicht die Barbiepuppen, sondern Babypuppen, die Frauen auf die Mutterrolle reduzierten, sagte Schrey.

Barbie als Erfolgsfrau

Barbie hat in der Ausstellung nur einmal ein Kind im Arm - als Ärztin, rein beruflich. Privat ist sie ungebunden oder in einer lockeren Beziehung zu dem gut aussehenden Ken. Mitinitiatorin Bettina Dorfmann (46), die im Laufe ihres Lebens 5000 Barbiepuppen gesammelt hat, geht so weit zu sagen, dass die Ausstellung unentschlossenen jungen Mädchen die Berufswahl erleichtern kann. Die neue Sicht auf Barbie mag originell sein, doch die insgesamt magere Ausstellung leidet darunter, dass die Textplakate über die berufliche Entwicklung von Frauen und die gezeigten Barbies völlig unverbunden nebeneinander stehen.

Es bleibt dem Besucher überlassen, beide Aspekte zusammenzubringen. Kindern dürfte es außerdem nicht gefallen, dass sie die meisten Puppen nur aus einem Sicherheitsabstand und hinter Glas betrachten können, so als wären es die Kronjuwelen. (mit dpa)