Ermittlungen gegen Blackwater : US-Sicherheitsfirma soll Waffen in den Irak geschmuggelt haben

Vor wenigen Tagen geriet die amerikanische Sicherheitsfirma Blackwater in die Schlagzeilen, weil Angestellte irakische Zivilisten getötet hatten. Nun gibt es neue Ermittlungen: Blackwater soll Waffen auf dem Schwarzmarkt im Irak verkauft haben.

Sven Malzahn
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Söldner der US-Sicherheitsfirma Blackwater -Foto: AFP

Washington/BerlinDie Staatsanwaltschaft im US-Staat North Carolina prüft offenbar Vorwürfe, die US-Sicherheitsfirma Blackwater habe Schnellfeuerwaffen, Nachtsichtgeräte, Armierungen und andere Militärgüter ohne die nötigen Genehmigungen ausgeführt. Das berichtet die Zeitung "News & Observer". Angestellte von Blackwater sollen die Waffen in den Irak geschmuggelt und dort auf dem Schwarzen Markt verkauft haben, melden die Nachrichtenagenturen AP und Reuters. Es wird vermutet, dass die Waffen so in die Hände einer Terrororganisation gelangt sind.

Zwei frühere Blackwater-Angestellte sollen bereits internationale Geschäfte mit gestohlenen Schusswaffen gestanden haben und mit den Ermittlern zusammenarbeiten, meldet "News & Observer" weiter. Vertreter des US-Justizministeriums äußerten sich zu den Vorfällen bisher nicht.

Gehen noch mehr Gewalttaten auf das Konto der Sicherheitsbeamten?

Blackwater war erst vor kurzem in die Schlagzeilen geraten, nachdem Wachleute des Unternehmens in Bagdad am vergangenen Sonntag elf Menschen erschossen. Laut einem Bericht der "Washington Post" hat die irakische Regierung ihre Ermittlungen zu dem Vorfall mittlerweile auf sechs weitere Gewalttaten seit Jahresbeginn ausgeweitet, an denen die Firma ebenfalls beteiligt gewesen sein soll.

Die Sicherheitsfirma schützt mit rund 1000 Beschäftigten die US-Botschaft in der irakischen Hauptstadt. An Aufträgen der Regierung hat Blackwater seit der Invasion im Irak mehrere hundert Millionen Dollar verdient.