Ermittlungen : Polizei: Verkohlte Leichen waren gefesselt

Der Fall der beiden verkohlten Leichen, die bei einem Brand in Brandenburg an der Havel entdeckt wurden, bleibt rätselhaft. Eine DNA-Analyse soll die Identität der Toten klären. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen.

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PotsdamIm Fall der zwei verkohlten Leichen, die am Donnerstag in Brandenburg/Havel entdeckt wurden, hat die Polizei in Sachsen einen Verdächtigen festgenommen. Die Staatsanwaltschaft Potsdam erließ Haftbefehl wegen des Verdachts des Totschlags gegen einen 25-jährigen Brandenburger. Bei den Opfern handelt es sich um „zwei Männer im jugendlichen Alter“, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Potsdam. Deren Identität ist noch ungeklärt. In Ermittlerkreisen wird eine grausame Hinrichtung für möglich gehalten.

Denn die Polizei stieß im Ortsteil Görden an der abgebrannten Holzkonstruktion auf Spuren von Brandbeschleuniger. An den Händen der unter einer Tribüne liegenden Toten befanden sich Reste eines Stricks. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Opfer gefesselt waren. Nach der Spurenlage war das Feuer genau dort ausgebrochen, wo sich die Leichen befanden.

Ein Anwohner hatte Donnerstag morgens um 3 Uhr Alarm geschlagen. Feuerwehrmänner löschten den Brand binnen weniger Minuten und entdeckten unter der Holzkonstruktion, die an der Giebelseite einer wegen Renovierung geschlossenen Schulturnhalle steht, die Überreste der Opfer. Frühestens in der kommenden Woche rechnet die Polizei mit Erkenntnissen zu den beiden Toten. Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion angeordnet. „Die Identitätsfeststellung gestaltet sich aber äußerst schwierig, die Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit verkohlt“, sagte die Sprecherin. Daher setzen die Ermittler auf eine DNA-Analyse.

Beamte der Mordkommission prüfen nun, was sich an der Turnhalle abgespielt haben könnte. Der Ort ist ein beliebter Treffpunkt von Jugendlichen und Russlanddeutschen, die dort abends spielen und Alkohol trinken. Polizeiintern wird auch von einer möglichen Verdeckungsstraftat gesprochen, mit der Hinweise und Spuren auf eine andere, vorangegangene Tat beseitigt werden sollten. Unklar ist bislang, ob die Opfer bei Ausbruch des Feuers noch lebten – oder von den Tätern bereits andernorts getötet worden waren und die Leichen dann zur Tribüne geschafft wurden und dort verbrannt werden sollten. Deshalb waren auch Spezialhunde der Polizei am Tatort im Einsatz. Sie können Spuren über weite Strecken verfolgen


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