Eröffnung : Neue Bahnbrücke nach Polen

Der Neubau der Oderbrücke für die Bahn in Frankfurt ist nach nur zehn Monaten abgeschlossen. Damit ist ein Nadelöhr an der deutsch-polnischen Grenze beseitigt. Die Züge erreichen das Nachbarland nun wesentlich schneller.

Klaus Kurpjuweit
244851_3_xio-fcmsimage-20081212171834-006002-49428eda7f3be.heprodimagesfotos8312008121349427169.jpeg
Freie Fahrt. Gestern rollten die ersten Züge, und mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag wird der reguläre Verkehr auf der neuen...Foto: ddp

An der Entfernung hat sich nichts geändert – und trotzdem sind sich Deutschland und Polen nach Ansicht von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) wieder ein Stück näher gekommen. Möglich macht dies der Neubau der Oderbrücke für die Bahn, der am Freitag nach nur zehnmonatiger Bauzeit eröffnet worden ist und am Sonntag in Betrieb geht. Die Kosten in Höhe von 25 Millionen Euro hat die Bundesregierung übernommen.

Die baufällige Brücke war jahrelang ein Nadelöhr im Ost-West-Verkehr. Zuletzt durften die Züge das Bauwerk nur noch im Schritttempo passieren. Erst nachdem sich Deutschland und Polen Anfang 2008 grundsätzlich geeinigt hatten, wer jeweils für die grenzüberschreitenden Brücken am Oder und Neiße zuständig ist, konnten sich Ingenieure und Bauarbeiter ans Werk machen.

Während die alte Brücke demontiert wurde, entstanden daneben acht neue zweigleisige Spannbetonbrückenabschnitte sowie eine 104 Meter lange Stahlbrücke, unter der die Schiffe das Bauwerk passieren können. Insgesamt ist die Brücke 442 Meter lang.

Die Verbindung von Moskau und Warschau über Frankfurt (Oder) nach Berlin gehört zu den wichtigsten Ost-West-Strecken bei der Bahn. Über die Oderbrücke sollen eines Tages auch regelmäßig Containerzüge von Peking bis nach Hamburg rollen.

Der Abschnitt von Frankfurt (Oder) bis Erkner bei Berlin ist ebenfalls fast fertig saniert; Züge können dann mit Tempo 160 fahren. Auf Berliner Stadtgebiet dagegen wird noch weiter an dieser Magistrale gebaut.

Während der Vollsperrung der Oderbrücke seit dem 17. Oktober wurden nach Angaben der Bahn insgesamt 9600 Züge umgeleitet (siehe Artikel rechts). Insgesamt wurden dafür sechs Grenzübergänge genutzt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben