Erzieher : Mehr als malen und basteln

Wie sich Erzieher weiterbilden können

Angelika Röpcke (dpa)
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Kräftig reingehauen. 50 frühpädagogische Studiengänge gibt es inzwischen. Foto: dpapicture-alliance/ dpa

Erzieherinnen und Erzieher müssen viel mehr können als basteln und spielen. Viele Kinder sind verhaltensauffällig, kommen aus Migrantenfamilien oder brauchen aus anderen Gründen eine spezielle Betreuung. Mit einer mit dem Bundesbildungsministerium gestarteten „Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte“ (WiFF) soll nun herausgefunden werden, wie es um den Weiterbildungsmarkt für Erzieher steht.

„Bisher ist der frühpädagogische Weiterbildungsmarkt völlig unübersichtlich“, sagt Projektleiterin Anke Wagner von der Robert-Bosch-Stiftung in Stuttgart. Es gebe Angebote teils herausragender, teils fragwürdiger Qualität. „Teilweise bieten sowohl staatliche als auch private und kirchliche Fachschulen für Sozialpädagogik Weiterbildungen an“, sagt Alfons Vaitkus, Präsident des Bundesverbands der Erzieherinnen und Erzieher in Deutschland. Daneben hätten freie Träger wie Wohlfahrtsverbände und die Kirchen eigene Bildungshäuser.

Mittlerweile bieten auch etliche Fachhochschulen Studiengänge für Erzieher an. An der Hochschule Fulda beginnt zum Wintersemester 2009/2010 der neue Studiengang „Frühkindliche inklusive Bildung“, sagt Sabine Lingenauber, Professorin an dem Fachbereich. „Zulassungsvoraussetzungen sind die Hochschulreife oder der Fachschulabschluss zur Erzieherin.“ Außerdem müssen die Teilnehmer nachweisen, dass sie mindestens in Teilzeit im Bereich frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung gearbeitet haben. Das achtsemestrige Studium ist berufsbegleitend und schließt mit dem Bachelor ab.

Laut Anke Wagner gibt mehr als 50 frühpädagogische Studiengänge in Deutschland. Die Bandbreite reicht von Elementarpädagogik über Management im Sozial- und Gesundheitswesen bis zu Heilpädagogik. Absolventen können unter anderem Führungspositionen in Kitas besetzen oder im Bildungs- und Betreuungsmanagement arbeiten.

Ob die Erzieher für die Kosten der Weiterbildung selbst aufkommen müssen, sei abhängig vom Träger, erläutert Wagner. „Meist müssen die Fachkräfte die Kosten selber tragen.“ Nach Erfahrung von Alfons Vaitkus kosten die Bildungsgänge in der Regel etwa 2000 Euro für einen einjährigen Kurs. Bis zu 4000 Euro können für mehrjährige, meist berufsbegleitende Weiterbildungen fällig werden. Finanzielle Unterstützung bietet zum Beispiel durch das sogenannte Meister-Bafög. Angelika Röpcke (dpa)

Weitere Informationen im Internet:

www.profis-in-kitas.de

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