EU-Kommission : Spielzeug soll sicherer werden

Nach der erneuten Rückrufaktion des Spielwarenherstellers Mattel will die EU-Kommission noch vor Weihnachten die Sicherheitsstandards verschärfen. Die jetzige EU-Richtlinien für Spielzeug stammen noch aus den 80er Jahren.

MünchenSpielwaren seien "anders zu behandeln als andere Güter", sagte EU-Industriekommissar Günter Verheugen der "Süddeutschen Zeitung". Es gehe hier um die "verwundbarste Gruppe überhaupt, die Kinder". Darum dürfe es bei diesen Produkten "keine Risiken" geben. Bei der geplanten Neufassung der Spielzeug-Richtlinie sollen auch neueste Erkenntnisse berücksichtigt werden.

Bereits bei seinem Amtsantritt vor drei Jahren habe er eine Neufassung der Spielzeug-Richtlinie in Auftrag gegeben, sagte Verheugen. Die einschlägigen Vorschriften datierten aus dem Jahr 1988, seien also dringend überholungsbedürftig. "Die Welt des Spielzeugs hat sich komplett verändert."

Die Richtlinie soll dem Bericht zufolge neue Sicherheitsstandards für Technik-Spielzeug vorschreiben. Auch für Magnete, die kürzlich bei den Mattel-Produkten für Probleme sorgten, soll es erstmals verbindliche Normen geben. Außerdem will die Kommission mit schärferen Auflagen das Risiko gefährlicher Chemikalien im Kinderspielzeug verringern.

Laut Verheugen wird in Brüssel angesichts der neuen Vorfälle mit Spielwaren aus China auch überlegt, ob die Hersteller künftig alle Prototypen von Spielsachen für den EU-Markt von einer dritten Stelle wie etwa dem Tüv prüfen lassen müssten. "Ich bin da offen", sagte Verheugen. Die Verbraucher müssten allerdings wissen, dass der Kontrollaufwand dann beträchtlich sein werde und Spielzeug "erheblich teurer" würde. (mit AFP)