EU-Navigationssystem : Verkehrsminister zanken sich um Milliarden-Aufträge bei Galileo

Jetzt geht es zur Sache bei Galileo: Nachdem das Krisenprojekt gerettet wurde, feilschen die EU-Verkehrsminister um die milliardenschweren Aufträge. Der deutsche Vertreter Tiefensee verspricht eine angemessene Beteiligung.

BrüsselDas Ringen um milliardenschwere Aufträge für Europas Satellitensystem Galileo ist in die entscheidende Runde gegangen. Die Verkehrsminister der 27 EU-Staaten begannen ihre Beratungen über eine Aufteilung der Ausschreibung in Brüssel hinter verschlossenen Türen. Nachdem Deutschland bei der Entscheidung über die Finanzierung des Milliardenprojekts vergangene Woche unterlegen war, drohte dem Vernehmen nach diesmal Spanien mit einer Ablehnung der Kompromissvorschläge der EU-Kommission.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee gab sich zum Auftakt der Gespräche zuversichtlich, dass der Rat "in der Nacht" eine Einigung erzielen werde. "Es wird eine Lösung sein, die Deutschland angemessen beteiligt", versicherte Tiefensee. Allerdings seien noch verschiedene Fragen offen. So verlangt Spanien nach Angaben von Diplomaten ein Kontrollzentrum für das Satellitennavigationssystem, mit dem Europa dem amerikanischen GPS-System Konkurrenz machen will.

Tiefensee äußerte sich nicht zu Einzelheiten des Kommissionsplans für Galileo, der eine Aufteilung des Auftragswerts von mindestens 3,4 Milliarden Euro in sechs Segmente vorsieht. Der französische Verkehrsstaatssekretär Dominique Bussereau äußerte sich zufrieden mit dem Vorschlag von EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot: "Es gibt nichts besseres als den Wettbewerb", sagte Bussereau. Auch der Franzose erklärte, der Rat müsse sich noch mit Forderungen Spaniens und Italiens zur Beteiligung an dem Projekt befassen. (mac/dpa)