Euro-Hoch : Bundesregierung muss Konjunkturprognose senken

Der Höhenflug des Euro wird immer mehr zum Problem. EU-Kommissionspräsident Barroso sieht darin ein ernstes Problem für die Weltwirtschaft. Auch die Bundesregierung reagiert auf die unerwartete Stärke der Gemeinschaftswährung.

Düsseldorf/MadridDer Höhenflug des Euro beunruhigt auch die Bundesregierung. "Wenn der Kurs des Euros dauerhaft so hoch bleibt, sind negative Effekte auf die Exporte nicht zu vermeiden", sagte der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Walther Otremba, dem "Handelsblatt". "Dann wird die Bundesregierung auch ihre Wachstumsprognoe überprüfen müssen", fügte er hinzu. EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte der spanischen Zeitung "Cinco Días", die anhaltende Schwäche des Dollar stelle "ohne jeden Zweifel" ein Problem für die Weltwirtschaft dar. Gleichzeitig spiegele der starke Euro das "Vertrauen" in die europäische Wirtschaft wieder.

Ein starker Euro stellt für europäische Unternehmen ein Problem dar, da er die Exporte verteuert: Abnehmer für Waren aus dem Euro-Raum müssen mehr zahlen. Am Morgen notierte der Euro bei 1,4864 Dollar. Es wird erwartet, dass die europäische Gemeinschaftswährung bald die Marke von 1,50 Dollar überspringen könnte.

Die Bundesregierung rechnet für 2008 bislang mit einem Wirtschaftswachstum von zwei Prozent. Die fünf führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hatten in ihrem Herbstgutachten im Oktober eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts von 2,2 Prozent vorhergesagt, der Sachverständigenrat der Bundesregierung Anfang November 1,9 Prozent. (mit AFP)