Europa : Rassismus von norwegischen Rettungsdiensten

Ein dunkelhäutiger Mann liegt verletzt in einem Park. Die Sanitäter lassen ihn liegen - so geschehen in Oslo. Nun hat die Gesundheitsbehörde nach anfänglichem Leugnen zugegeben, dass es in den Reihen der Rettungsdienste Rassismus gibt.

Oslo Das Rassismus-Eingeständnis bezog sich auf einen in Norwegen heftig diskutierten Vorfall, bei dem die Sanitäter eines herbeigerufenen Rettungswagens einen dunkelhäutigen Zuwanderer am 8. August in einem Osloer Park verletzt liegengelassen hatten. Wie die Zeitung "Aftenposten" berichtete, kam der zuständige Osloer Amtsarzt nach einer Untersuchung zu dem Schluss, dass die Sanitäter den Verletzten "mit eindeutig rassistischen Bemerkungen" ohne jede Hilfeleistung zurückgelassen und dabei die eigenen Pflichten grob verletzt hatten.

Die Sanitäter hatten zu dem kurz vorher niedergeschlagenen und blutend am Boden liegenden Mann und dessen ebenfalls dunkelhäutiger Frau gesagt, er solle ein Taxi ins Krankenhaus nehmen. Danach kamen Polizisten und nahmen ohne größere Eile die Personalien des Schwerverletzten auf.

Die Behörden hatten den Vorwurf rassistischer Motive bei der unterlassenen Hilfeleistung zunächst zurückgewiesen und von "tragischen Missverständnissen" gesprochen. Im Ullevaal-Krankenhaus wurde später eine Hirnblutung bei dem Verletzten diagnostiziert, der knapp eine Woche im Koma lag. (mit dpa)