Europameisterschaft : Deutsche Hockey-Damen im Finale

Deutschlands Hockey-Damen sind nach einer taktischen Meisterleistung ins Endspiel der Europameisterschaft eingezogen. Mit dem Sieg gegen England sicherte sich die Mannschaft gleichzeitig das Olympia-Ticket nach Peking.

Thomas Prüfer[dpa]
Hockey
Anja Kuhn (2.v.r.) feiert mit ihren Mitspielerinnen das 1:0 gegen England. -Foto: dpa

ManchesterIm Halbfinale setzte sich die Auswahl von Bundestrainer Michael Behrmann in Manchester mit 2:1 (2:0) gegen Gastgeber England durch und sicherte sich damit zugleich das begehrte Olympia-Ticket für Peking 2008. Im Finale trifft der EM-Zweite von 2005 in einer Neuauflage des Endspiels von Dublin am Samstag (17.30 Uhr) auf Titelverteidiger Niederlande. Der Top-Favorit hatte zuvor in seinem Vorschlussrunden-Duell Spanien klar 3:0 (1:0) bezwungen.

"Mit der Olympia-Qualifikation haben wir unser erstes Ziel erreicht. Jetzt wollen wir auch nach dem EM-Titel greifen", sagte Bundestrainer Behrmann nach dem Semifinal-Erfolg. Sein Team und die robusten Britinnen schenkten sich nichts. Die Deutschen hatten Glück, dass Anke Kühn nach der zweiten Strafecke im Nachschuss das wichtige Führungstor (12.) gelang. Die Braunschweigerin zog wie die für ihr 250. Länderspiel geehrte Spielführerin Marion Rodewald im Mittelfeld geschickt die Fäden. Und während das von Kristina Reynolds gehütete Tor bis zur Pause kaum ernsthaft in Gefahr geriet, schoss nach einer tollen Kombination Maike Stöckel (34.) zu ihrem fünften EM-Treffer ein, und Natascha Keller (35.) scheiterte noch am Pfosten.

Turbulente Schlussphase

Nach dem Seitenwechsel sah sich das Team des Olympiasiegers einigen wütenden Angriffen des EM-Gastgebers ausgesetzt. Als Eileen Hoffmann und Janine Beermann Zeitstrafen kassierten, wurde es noch mal eng, doch die deutsche Hintermannschaft hielt stand oder hatte in der einen oder anderen kritischen Szene das Glück auf ihrer Seite. Erst drei Minuten vor Schluss gelang Crista Cullen noch der verdiente, aber zu späte Anschlusstreffer. Die Engländerinnen konnten in der turbulenten Schlussphase auch vier Strafecken in der Nachspielzeit dank Torfrau Reynolds nicht mehr nutzen.

DHB-Präsident Stephan Abel zog Bilanz und machte eine Vorgabe: "Den ersten Schritt nach Peking haben wir geschafft, morgen wollen wir den zweiten machen." Denn am Freitag haben Deutschlands Herren ihre Halbfinalchance.

Stürmer Matthias Witthaus ist zuversichtlich, den Titelverteidiger wie schon öfter bei wichtigen Duellen zu bezwingen: "Spanien haben wir drauf, das haben wir schon gezeigt." 2003 holten sich die DHB- Herren im Endspiel von Barcelona gegen die Gastgeber ihren sechsten EM-Titel, 2004 behielten sie im Kampf um Bronze bei den Olympischen Spielen in Athen die Oberhand und 2006 setzten sich die späteren WM- Champions in Mönchengladbach im Halbfinale im Siebenmeterschießen durch. Nur 2005 bei der Heim-EM in Leipzig unterlag man Spanien im Semifinale 2:3.