Evangelische Kirche : Schwuler Pastor verliert Wahl zum Bischof

Kein homosexueller Bischof für die Evangelische Kirche: Der bekennende schwule Pastor Horst Gorski ist mit seiner Kandidatur für das Bischofsamt der Nordelbischen Kirche unterlegen.

Ulrich_Gorski Foto: dpa
Horst Gorski (links) und der neue evangelische Bischof Gerhard Ulrich. -Foto: dpa

Die Synode der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche entschied sich am Samstag in Schleswig für seinen Gegenkandidaten Gerhard Ulrich. Der 57-Jährige wurde nach Angaben der Synode im ersten Wahlgang mit 77 Stimmen gewählt und ist damit nun für die kommenden zehn Jahre geistliches Oberhaupt des Sprengels "Schleswig und Holstein". Der 51-jährige Gorski erhielt demnach 56 Stimmen. Gorski wäre bei einer Wahl der bundesweit erste bekennende homosexuelle Bischof gewesen.

Homosexualität ohne Bedeutung

Die Diskussion um die Homosexualität Gorskis war nach Einschätzung des Synodenpräsidiums und des Bischofskollegiums weitgehend ohne Bedeutung für die Entscheidung. Die Gremien verwiesen darauf, dass beide Kandidaten seit Jahren aus der täglichen Arbeit bekannt seien.

Auch künftig gelte innerhalb der Nordelbischen Kirche ein breiter Konsens darüber, dass Homosexualität kein Hindernis für ein leitendes geistliches Amt sei. Gorski war im Vorfeld der Wahl allerdings von konservativen Protestanten wegen seiner Homosexualität und einer angeblich bekenntniswidrigen Karfreitagspredigt kritisiert worden.

"Offener und engagierter Amtsbruder"

Der gebürtige Hamburger studierte Theologie in der Hansestadt und in Wien. In Hamburg arbeitete er auch als Pastor. Im Jahr 1999 wurde Gorski zum Propst - also geistlichen Leiter - des Kirchenkreises Altona gewählt. Der 57-jährige Ulrich stammt ebenfalls aus Hamburg. Der verheiratete Familienvater von vier Kindern studierte zunächst Germanistik, Theaterwissenschaften und Schauspielkunst, bevor er sich der Theologie zuwandte.

Seit 1996 ist er Probst des Kirchenkreises Angeln zwischen Schleswig und Flensburg. Synodenpräsident Hans-Peter Strenge erklärte, Ulrich werde als "echter Nordelbier" ein guter Bischof sein. Die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen bezeichnete ihn als "offenen und engagierten Amtsbruder", der auf gemeinsame Leitungsarbeit großen Wert lege. (iba/AFP)