Der Tagesspiegel : Explosion und Großfeuer in Laminatwerk

Journalisten berichten über Behinderungen

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Heiligengrabe – Nach einem Polizeieinsatz während eines Feuers beim Holzfußbodenhersteller Kronotex in Heiligengrabe gibt es scharfe Kritik von Journalisten. Fotoreporter, die von dem Unglück berichten wollten, klagen über massive Beeinträchtigungen von Seiten der Polizei und dem Werksschutz. So seien Fotochips gelöscht und Personen gehindert worden, das Werksgelände zu verlassen.

Am Donnerstagmorgen waren drei Explosionen über das Werksgelände in dem kleinen Ort am Wittstocker Autobahndreieck gehallt. In einer rund 400 Meter langen Halle, wo Spanplatten für Holzhäuser produziert werden, brach daraufhin Feuer aus. Axel Zoschke von der Polizei Ostprignitz-Ruppin spricht von einer Staubexplosion mit Brandfolge. Kronotex will keine näheren Angaben zu dem Unglück machen. Geschäftsführer Roland Kovacic sagt nur so viel: „Wir gehen von einem Millionenschaden aus.“ Kronotex liefert Laminat und Werkstoffe in 75 Länder. Zwei 46- und 57-jährige Arbeiter seien mit Rauchgasvergiftungen ins Wittstocker Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei mit. 118 Feuerwehrleuten gelang es erst nach sieben Stunden, den Brand zu löschen.

Journalisten der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) und des Ruppiner Anzeigers, die über das Feuer berichten wollten, hatten sich vor dem Werkstor versammelt. Der Werksschutz habe von ihnen die Herausgabe der Fotochips verlangt, klagten die Journalisten gestern. Als sich die drei Reporter weigerten, habe der Werksschutz sie am Wegfahren gehindert und die Polizei geholt. Diese wiederum habe sie in das Verwaltungsgebäude der Firma gebracht, wo die Fotos vom Brand gelöscht worden seien. Anschließend habe man sie nicht gehen lassen. Dietmar Stehr vom Ruppiner Anzeiger: „Ich bin über eine Stunde festgehalten worden, ohne dass man mir einen triftigen Grund nannte.“ Erst als Stehr über Handy das Polizeipräsidium in Potsdam anrief, habe man ihn laufen lassen, berichtet er. Die MAZ will möglicherweise Strafanzeige stellen. Die Polizei bestreitet die Vorwürfe. „Wir haben uns korrekt verhalten“, sagt Polizeisprecherin Dörte Braun. rus

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