EZB-Neubau : Am Ende bezahlt doch der Steuerzahler

Die Europäische Zentralbank will unabhängig vom Ausgang einer Gerichtsentscheidung des Europäischen Gerichtshofs mit ihrem Neubau in Frankfurt am Main beginnen. "Jeder Monat Verzögerung kostet Millionen und das bezahlt am Ende der Steuerzahler", so ein Sprecher der Bank.

EZB
Soll zukünftig die Skyline von Frankfurt am Main dominieren - das neue EZB-Gebäude. -Foto: ddp

Frankfurt/MainDer Bauantrag werde noch im Oktober gestellt, sagte das für den Neubau verantwortliche Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi. Anfang 2008 würden Anbauten der Großmarkthalle abgerissen, die in den Neubau integriert werden muss. Der 500 Millionen teuere Neubau soll 2011 bezugsfertig sein. "Jeder Monat Verzögerung kostet Millionen", sagte Bini Smaghi. "Und das bezahlt am Ende der Steuerzahler."

Die Erben des Architekten der Großmarkthalle, Martin Elsaesser, wehren sich gerichtlich gegen Teilabriss und Umbau der denkmalgeschützten Halle. Der Entwurf des Wiener Architekturbüros Coop Himmelblau sieht neben dem Abriss zweier Nebengebäude auch einen gläsernen Querriegel vor, der die historische Halle durchstößt. Hier wäre der Haupteingang der EZB untergebracht. Die langgestreckte Halle selbst würde unter anderem Konferenzräume und Restaurants beherbergen. Die beim Landgericht Frankfurt eingereichte Klage liege inzwischen beim Europäischen Gerichtshof, sagte Bini Smaghi. Die EZB hoffe auf eine außergerichtliche Einigung. Man werde den Baubeginn jedoch nicht aufschieben, bis eine Entscheidung gefallen sei.

EZB Modell
Architekt Wolf Prix stellt sein Modell vor. -Foto: ddp



Architekt Wolf Prix und der Bauherr präsentierten die neue EZB heute als umweltfreundliches Gebäude. Man wolle mit dem Energieverbrauch 30 Prozent unter der Marke der Besten bleiben. Die Abwärme des Rechenzentrums soll für die Heizung genutzt, Erdwärme zur Kühlung eingesetzt, Regenwasser aufbereitet werden. In den Büros sollen Energiesparlampen leuchten und die Fassade soll je nach Außentemperatur das Gebäude aufheizen oder kühl halten. Für natürliche Belüftung sorgen vertikale Luftschlitze, für gute Luft "hängende Gärten" im Atrium zwischen den beiden gegeneinander verdrehten gläsernen Doppeltürmen.  (mit dpa)