Der Tagesspiegel : Fahrt ins Blaue

Ob Daimlers „Vaneo“ weiter in Ludwigsfelde gebaut wird, ist ungewiss – aber das Werk glaubt an sich

Thorsten Metzner

Ungewisse Zukunftsaussichten für den Vaneo aus Ludwigsfelde: Zwar versicherte die Stuttgarter Konzernzentrale von Daimler-Chrysler am Montag, dass der Kompakt-Van aus Brandenburg trotz Absatzschwierigkeiten „wie geplant in den nächsten Jahren weiter produziert werden soll“ – zugleich wurde jedoch bestätigt, dass bereits an einem Nachfolgekonzept gearbeitet wird. Einzelheiten wurden nicht genannt. Ein Konzernsprecher wollte nicht ausschließen, dass der Nachfolger unter einem neuen Namen auf den Markt kommt.

Wie berichtet, waren die Verkaufszahlen für den Mercedes-Van weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben: Statt geplanter 33000 Fahrzeuge liefen im vergangenen Jahr – der Vaneo ist erst seit Frühjahr 2002 auf dem Markt – lediglich 22000 Fahrzeuge vom Band, so dass das Werk seit einigen Monaten nur im Ein-Schicht-Betrieb läuft. Dabei könnte das Ludwigsfelder Werk jährlich bis 50000 bis 70000 Vaneos herstellen.

Der Ludwigsfelder Bürgermeister Heinrich Scholl (SPD) äußerte sich nur zurückhaltend zu den Spekulationen um ein drohendes Vaneo-Aus. Der Standort Ludwigsfelde sei jedenfalls „nicht in Gefahr“. Es sei eine halbe Milliarde investiert worden. Wenn eine Marke weniger gut läuft, käme eine andere. Ein Sprecher von Daimler-Chrysler verwies darauf, dass in Ludwigsfelde ab 2005 der neue Typ des erfolgreichen Kleintransporters „Sprinter“ hergestellt werden soll – ein „deutliches Bekenntnis des Unternehmens zum Standort Ludwigsfelde“. Und so sieht auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Danckert sieht den Standort nicht gefährdet. Er machte das schlechte Marketing für die Absatzprobleme verantwortlich: „Der Vaneo hat nie eine eine richtige Chance bekommen.“

Trotz des schleppenden Vaneo-Absatzes ist bislang offenbar nicht geplant, bei den 1500 Jobs in Ludwigsfelde zu streichen. Aktiven Personalmaßnahmen seien nicht abzusehen, hieß es.

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