Fall Litwinenko : Moskau wirft London politische Kampagne vor

Im Streit um den Giftmord an dem russischen Ex-Spion Alexander Litvinenko hat Russland Großbritannien eine Instrumentalisierung des Falls für eine politische Kampagne vorgeworfen. Großbritannien warnt vor einer Verschlechterung der Beziehungen.

Moskau - "Wir sehen Versuche der britischen Seite, aus einen Kriminalfall eine politische Kampagne abzuleiten", sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach Angaben mehrerer russischer Nachrichtenagenturen. Moskau wende sich dagegen und fordere eine "professionelle Untersuchung". Die britische Regierung warnte daraufhin vor einer Verschlechterung des britisch-russischen Verhältnisses. "Wir wollen die diplomatischen Beziehungen nicht verschlechtern", sagte ein Ministeriumssprecher.

Großbritannien hatte vor ein paar Tagen eine Anklage gegen den früheren KGB-Agenten Andrej Lugowoj beschlossen. Ihm wird vorgeworfen, den Kreml-Kritiker Litvinenko Ende 2006 in London mit radioaktivem Polonium vergiftet zu haben. Die russischen Behördenlehnen eine Auslieferung Lugowojs ab. (mit AFP)