Fall Max Strauß : Ex-Staatssekretär will ahnungslos gewesen sein

Erich Riedl hat nach eigenen Angaben nichts von geschäftlichen Beziehungen zwischen Max Strauß und dem Waffenlobbyisten Schreiber gewusst.

Erich Riedl
Erich Riedl: Der ehemalige Staatssekretär gab an, nichts von den Geschäften zwischen Schreiber und Strauß bemerkt zu haben.Foto: ddp

AugsburgErich Riedl (CSU), früherer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, wusste nach eigenen Angaben nichts von Beziehungen zwischen Max Strauß und Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber. Im Steuer-Strafprozess gegen Strauß vor dem Landgericht Augsburg sagte Riedl als Zeuge, er habe zu Schreiber keinerlei geschäftliche Verbindungen gehabt und nichts von dessen Schweizer Tarnkontensystem gewusst. Auch dessen Kontakte zu Airbus habe er nicht gekannt.

"Schreiber ist kein unangenehmer Zeitgenosse, wir hatten eine lustige Freundschaft", beschrieb Riedl seine Beziehung zu dem Geschäftsmann, gegen den ein internationaler Haftbefehl besteht und der sich seit Jahren gegen eine Auslieferung von Kanada nach Deutschland wehrt. Strauß ist angeklagt, millionenschwere Provisionen von Schreiber für Flugzeug- und Panzergeschäfte nicht versteuert zu haben.

Im ersten Prozess war Strauß wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil aufgehoben. Strauß bestreitet, jemals Geld von Schreiber bekommen zu haben. (mit dpa)