Fall Potzlow : Täter bleibt vorerst im Gefängnis

Über die vorzeitige Haftentlassung einer der drei Potzlow-Täter ist noch nicht entschieden. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat zunächst ein externes Gutachten in Auftrag gegeben, das die Gefährlichkeit des heute 23-jährigen Haupttäters Marcel S. einstuft. Er hatte mit seinem Bruder und einem weiteren Komplizen 2002 den 16-jährigen Marinus Schöberl gequält und getötet.

NeuruppinDie Staatsanwaltschaft Neuruppin hat Berichte über die unmittelbar bevorstehende Freilassung eines der Mörder von Potzlow zurückgewiesen. Das zuständige Amtsgericht Bad Freienwalde habe sich entschlossen, zunächst noch ein Gutachten über die Gefährlichkeit von Marcel S. erstellen zu lassen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft dem Tagesspiegel. Erst wenn das neue Gutachten ebenfalls positiv ausfallen sollte, hätte die Staatsanwaltschaft einer vorzeitigen Freilassung "nichts mehr entgegenzusetzen".

Marcel S. war 2003 wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu achteinhalb Jahren Jugendhaft verurteilt worden. Er hatte als Haupttäter mit seinem Bruder und einem weiteren Komplizen 2002 den 16-jährigen Schüler Marinus Schöberl in Potzlow gequält und getötet. Danach versenkten die drei Rechtsextremisten die Leiche in einer Jauchegrube. Sebastian F. war am Dienstag wegen Körperverletzung und Verwendens von NS-Kennzeichen erneut zu einer Haftstrafe verurteilt worden.

Marcel S. verbüßt seine Strafe in der Justizvollzugsanstalt Wriezen. Dort war dem heute 23-Jährigen eine positive Entwicklung bescheinigt worden. Demnach sollte die Reststrafe Medienberichten zufolge in Kürze zur Bewährung ausgesetzt werden. Wann das neue vom Gericht bestellte Gutachten fertiggestellt wird, ist der Zeitung zufolge noch offen. (nal/ddp)

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