Der Tagesspiegel : Fall Ulrike: Keine Spur vom Mörder

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Die Festnahme eines 47-jährigen Mannes in Stralsund hat die Ermittlungen im Mordfall Ulrike nicht entscheidend weiter gebracht. "Die bisherigen Erkenntnisse lassen eher den Schluss zu, dass er nicht der Täter war", sagte der Sprecher der Sonderkommission, Peter Salender, am Freitag in Eberswalde. Bis Freitagmittag waren insgesamt 3572 Tipps seit dem Verschwinden des Kindes eingegangen. Die Schülerin aus Eberswalde war am 22. Februar verschleppt worden. Ihre Leiche wurde zwei Wochen später in einem Waldgebiet in Ostbrandenburg entdeckt. In der ZDF-Sendung "Aktenzeichen xy ... ungelöst" stellte die Polizei am Freitagabend Gegenstände aus dem Besitz der Zwölfjährigen vor, die immer noch vermisst werden. Dabei handelt es sich vor allem um ein Paar roter Wildleder-Sportschuhe der Größe 38 mit einem aufgenähten "N" als Markenzeichen. Außerdem ist der Verbleib von Ulrikes Armbanduhr und ihrer Brille noch ungeklärt. Ferner soll das Mädchen auch noch sein Brillenetui und die Service-Karte seines Optikers bei sich gehabt haben.

Die Polizei erklärte, das Ergebnis eines Vergleiches der Daten des festgenommenen Mannes mit dem genetischen Fingerabdruck des noch unbekannten Mörders werde nicht vor Montag erwartet. Der Test dauert deshalb so lange, weil das zu untersuchende Material zunächst chemisch vermehrt, anschließend mit Hilfe von Enzymen zerschnitten wird. Nach der Auslösung chemisch-physikalischer Reaktionen werden die typischen DNA-Profile schließlich sichtbar. Bevor das Ergebnis freigegeben wird, wird eine Gegenprobe gemacht. Deshalb dauert es rund drei Tage, bis ein DNA-Profil vorliegt. Kein Angeklagter darf nur aufgrund eines DNA-Profils für schuldig befunden werden. Vielmehr ist das Profil ein zwar wichtiger, aber dennoch nur einer von mehreren Beweisen in einem Prozess.

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