Der Tagesspiegel : Falscher Titel?: Zweifel am Professoren-Titel von Staatssekretär Helm

An der Rechtmäßigkeit des Professoren-Titels von Brandenburgs Kulturstaatssekretär Christoph Helm (CDU) sind Zweifel aufgetaucht. Das Kultusministerium von Sachsen-Anhalt, in dessen Diensten Helm seit 1990 stand, werde ihm den Titel voraussichtlich entziehen, meldet "Der Spiegel" in seiner neuen Ausgabe. Helm zeigte sich verwundert. Er habe keinen Grund an der Rechtmäßigkeit der Genehmigung zu zweifeln. Er werde aber bis zu einer Klärung darauf verzichten, den Titel zu tragen. Das unrechtmäßige Tragen eines Titels ist strafbar. Helm, der seit dem 1. November die Aufsicht über die rund 700 Professoren in Brandenburg führt, war 1995 vom ukrainischen Luftfahrtinstitut Charkow zum Honorarprofessor ernannt worden. Er habe daraufhin in Sachsen-Anhalt die Genehmigung zum Tragen des Titels beantragt. Diese sei ihm am 18. Oktober 2000 in Form einer Urkunde erteilt worden, betonte Helm. Er habe keine Kenntnis über den Verlauf des Genehmigungsverfahrens gehabt.

Der "Spiegel" berichtet dagegen, Helm habe noch 1995 als Ministerialdirigent im Kultusministerium von Sachsen-Anhalt die Anerkennung des Titel vergebens beantragt. Erst fünf Jahre später habe er kurz vor seinem Wechsel nach Brandenburg in Magdeburg eine von einem Ministerialdirigenten unterzeichnete Urkunde erhalten. Dieses Verfahren "genüge weder den rechtlichen Anforderungen des Landes noch den Vorgaben über eine Beteiligung der Kultusministerkonferenz", zitiert der "Spiegel" das Magdeburger Ministerium. Daher werde der Entzug des Titel nun geprüft.

Der Fall Helm ist nicht der erste Streit um einen Professorentitel in der brandenburgischen Landesregierung. Gegen Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß (CDU) waren kurz nach seiner Ernennung im Herbst 1999 ähnliche Vorwürfe laut geworden.

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