Familie : Mehr Väter nehmen Elternzeit

Von 3,5 auf sieben Prozent: Die Zahl der Väter, die ihren Nachwuchs zeitweise zu Hause betreuen, hat sich seit Einführung des Elterngeldes verdoppelt.

BerlinDie Zahl der Väter in Elternzeit hat sich seit Anfang des Jahres verdoppelt. "Es gibt einen Anstieg von 3,5 auf sieben Prozent der Väter", sagte Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) der "Welt am Sonntag". Anfang des Jahres wurde das Elterngeld eingeführt, das erwerbstätigen Müttern und Vätern bis zu 1800 Euro Lohnersatzleistungen garantiert, wenn sie ihr Kind zu Hause betreuen. Es wird zwölf Monate lang gezahlt. Nimmt der Partner ebenfalls Elternzeit, verlängert sich die Zahlung um weitere zwei Monate.

Besonders gut wird das Elterngeld laut Bericht von gebildeten Eltern angenommen. "Das Familienministerium hat gerade eine Milieu-Studie erstellt, in der gezielt junge Männer und Frauen Anfang 20 befragt wurden. Es zeigt sich, dass bei den gut ausgebildeten Menschen unsere Familienpolitik wie eine Befreiung wahrgenommen wird." Anders sei die Reaktion in so genannten bildungsfernen Schichten: "Insbesondere bei jungen Männern mit Migrationshintergrund wird sie dagegen vielfach als Bedrohung empfunden. Schließlich geht es darum, dass die Frauen mehr Freiheiten und mehr Verantwortung bekommen sollen."

Unzufrieden äußerte sich Leyen über den Pflege-Kompromiss. Es sei bitter, dass das Vorsorgesparen nicht habe durchgesetzt werden können. In 20 bis 30 Jahren werde die Zahl der Pflegebedürftigen und Demenz-Kranken enorm zunehmen. "Wenn wir unsere Kinder und Enkel nicht überfordern wollen, müssen wir Kapital ansparen." Schon in der nächsten Wahlperiode werde es deshalb eine erneute Pflegereform geben müssen. Die Frage der Kapitaldeckung "muss von der nächsten Regierung beantwortet werden". (mit ddp)