Der Tagesspiegel : FAMILIENDRAMA

Rachels Hochzeit

Martin Schwickert

Der Film heißt „Rachels Hochzeit“, aber eigentlich dreht sich alles in der Familie um die jüngere Schwester Kym. Die ist Junkie und hat ein paar Tage aus der Entzugsklinik frei bekommen, um an der Trauung der Schwester teilzunehmen. Sie ist das unangefochtene Enfant terrible der Familie. Rachel hat oft mehr als genug vom Borderline-Verhalten ihrer Schwester und will wenigstens an ihrer Hochzeit die Aufmerksamkeit der Familie. Regisseur Jonathan Demme („Das Schweigen der Lämmer“) wirft sich mitten hinein in den familiären Mikrokosmos und schält langsam, aber präzise die Konfliktstrukturen heraus. Mit der Handkamera folgt er den Figuren, entdeckt immer neue Facetten der ineinander verschränkten Gefühle. Ein tief berührendes Familienporträt, das nichts gemein hat mit Hollywoods harmoniesüchtigen Verklärungsmechanismen. Bewegend. Martin Schwickert

„Rachels Hochzeit“ USA 2008, 112 Min, R: Jonathan Demme,

D: Anne Hathaway, Rosemarie DeWitt, Bill Irwin

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