Familienpolitik : SPD holt die Super-Nanny

Der Privatsender RTL schickt die Pädagogin seiner Sendung "Super Nanny" zu streitenden, weinenden Problemfamilien - hohe Einschaltquoten garantiert. Und nun Ratschläge für Brandenburg?

Thorsten Metzner
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Saalfrank

In der Mark beginnt der Vorwahlkampf. Man sieht das schon daran, wie die von Ministerpräsident Matthias Platzeck geführten Sozialdemokraten um Aufmerksamkeit ringen. Da saß etwa am Dienstag auf einer SPD-Konferenz zur Familienpolitik in Potsdam auf dem Podium neben Ulla Schmidt und Sozialministerin Dagmar Ziegler eine gewisse Katharina Saalfrank, 37. Genau, das ist jene Frau, die durch die RTL-Sendung „Super-Nanny“ populär wurde. Der Privatsender schickt die Pädagogin zu streitenden, weinenden Problemfamilien – hohe Einschaltquoten garantiert. Und nun Ratschläge für Brandenburg? Fehlanzeige. Stattdessen steuerte Katharina Saalfrank allgemeingültige Erfahrungen zu deutschen Zuständen bei. Dabei ließ sie sich nicht in die Ecke stellen, mit der Sendung „Problemfälle“, zerrüttete Familien, Extreme zu beleuchten. „Es sind Schwierigkeiten, Situationen, die wir alle kennen. Dass sich Kinder auf den Boden werfen, dass sich Eltern überfordert fühlen“, sagte sie. „Probleme mit Gewalt, Alkohol und Missbrauch gibt es in allen Schichten.“ Familie sei eben „lebendig, nicht immer rosig, mit Schwierigkeiten verbunden“.

Ach ja, da war noch diese Nuance. Im Superwahljahr verschwand bei der SPD ein Superlativ. Früher hatte Platzeck verkündet, aus Brandenburg das „kinder- und familienfreundlichste Land der Bundesrepublik“ zu machen. Zum Ende der Wahlperiode klingt das etwas bescheidener: „Wir wollen, dass aus Brandenburg ein besonders kinder- und familienfreundliches Land wird. Diesem Ziel sind wir näher gekommen.“ Was so auch niemand bestreiten kann. Von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt gab es Lob: „Brandenburg ist oft vorbildhaft für Berlin.“

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