Familienrecht : Bund will Vaterschaftstests erleichtern

Zum besseren Schutz vernachlässigter Kinder hat die Bundesregierung zwei Gesetzentwürfe zur Vereinfachung des Vaterschaftstests verabschiedet. Danach erhalten Betroffene das Recht, die Abstammung ohne Angabe von Gründen klären zu lassen.

Vaterschaft
Vaterschaftstests: In Zukunft soll es möglich sein, die Abstammung auch ohne Angabe von Gründen klären zu lassen. -Foto: ddp

BerlinZum Schutz von vernachlässigten Kindern sowie der Vereinfachung des Vaterschaftstests hat die Bundesregierung zwei Gesetzentwürfe verabschiedet. Familiengerichte sollten im Interesse vernachlässigter oder misshandelter Kinder früher als bisher eingreifen können, sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) nach einer Kabinettssitzung in Berlin. Ein Gericht könnte damit auf Antrag von Sozialarbeitern oder Familienangehörigen Maßnahmen anordnen, um die Eltern stärker in die Pflicht zu nehmen. Dies könnte unter Androhung des Entzugs des Sorgerechts oder eines Zwangsgeldes geschehen.

Mit dem zweiten Entwurf solle Männern die Klärung ihrer Vaterschaft erleichtert werden, sagte Zypries. Danach erhalten Väter - aber auch Mütter und Kinder - das Recht, die Abstammung ohne Angabe von Gründen klären zu lassen. Stimme ein Familienmitglied dem Test nicht zu, setze ein Gericht den Anspruch des Antragstellers durch, sagte Zypries. Heimliche Vaterschaftstests blieben weiter verboten. Jeder fünfte Vaterschaftstest falle negativ aus, sagte Zypries. (mit ddp)