Fan gegen Fandel : Bewährungsstrafe für Angriff auf Schiedsrichter

Seine Attacke auf den deutschen Fifa-Schiedsrichter Herbert Fandel führte zum Abbruch eines Länderspiels. Dafür ist ein dänischer Hooligan in Kopenhagen nun zu 30 Tagen Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Poulsen Rosenberg
Auslöser der Tumulte: Schiedsrichter Fandel zeigt Christian Poulsen im Spiel Dänemark-Schweden die Rote Karte. -Foto: AFP

KopenhagenDer 29-jährige Mann hatte Fandel beim EM-Qualifikationsspiel Dänemarks gegen Schweden im Juni auf dem Platz angegriffen und damit beim Stand von 3:3 den Spielabbruch in Kopenhagen ausgelöst. Das Spiel wurde als 3:0-Sieg für Schweden gewertet.

Das Gericht verurteilte den Mann auch zu 40 Stunden Sozialdienst und zur Zahlung der Verfahrenskosten. Fandel nahm an dem eintägigen Verfahren als Zeuge teil. In der Urteilsbegründung hieß es, dass eine Haftstrafe denkbar gewesen sei. Man habe sie aber nicht verhängt, da der Betroffene reuig aufgetreten und auch vor dem Verfahren für seine Tat schon hart bestraft worden sei.

Platzsperre für dänisches Nationalteam

Dänemark wurde vom Europäischen Fußball-Verband Uefa neben dem möglicherweise entscheidenden Punkteabzug auch mit einer Platzsperre für die nächsten beiden Heimspiele bei der EM-Qualifikation für das Nationalstadion Parken bestraft, weil Ordner den Mann auf das Spielfeld stürmen ließen. Er wurde erst vom dänischen Nationalspieler Michael Gravgaard gebremst und konnte Fandel lediglich einen Schubser verabreichen.

Die Staatsanwaltschaft hatte zwei bis drei Monate Haft ohne Bewährung verlangt. Offen blieb noch, ob Dänemarks Fußballverband DBU und die Betreiber von Parken den in Schweden lebenden Hooligan auf Schadenersatz verklagen wollen. (mit dpa)