FC Bayern München : Kahn zieht es nach Asien

Bayern-Kapitän Oliver Kahn hat angekündigt, dass er seine Karriere nach der kommenden Saison definitiv beenden wird. Seine Zukunft sieht er als "Entwicklungshelfer" in Asien.

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Wie geht's weiter? Oliver Kahn sieht seine Zukunft in Asien. -Foto: ddp

Donaueschingen Mit 40 Jahren wie einst Dino Zoff will Oliver Kahn nicht mehr im Tor den Bällen hinterher fliegen, doch seine Abschiedssaison möchte der Ausnahmetorwart mit drei Titeln krönen. "Ich spüre große Lust, in dieser letzten Saison noch einmal alles aus mir herauszuholen, noch mal das zu genießen, was ich 20 Jahre getan habe und trotzdem danach zu sagen: Schön, jetzt kommt mal etwas Neues", sagte der 38 Jahre alte Torwart des deutschen Fußball-Rekordmeisters Bayern München vor seiner 21. und letzten Bundesliga-Saison. Nach den harten Tagen von Donaueschingen freute sich Kahn wie alle auf das Ende des Trainingslagers am Sonntag, an dem der auskurierte Nationalspieler Bastian Schweinsteiger sein Comeback im Testspiel beim FC 07 Albstadt feiern will.

Während Schweinsteiger nach der Verpflichtung des neuen Stars Franck Ribéry um seinen Platz im linken Mittelfeld bangen muss, will Kapitän Kahn keine Einsätze an Nachfolger Michael Rensing abtreten. "Wenn ich meine Leistung bringe und topfit bleibe, dann werde ich die Saison komplett durchspielen", sagte der 531-malige Bundesliga-Spieler, der auf Rang drei der ewigen Rangliste Klaus Fichtel (Schalke 04) mit 552 Einsätzen verdrängen könnte. Rekord-Mann Karl-Heinz Körbel (602) und Manfred Kaltz (581) bleiben unerreicht. "Man sollte sich nie tausendprozentig festlegen, aber von meinem Kopf und von meiner Einstellung her ist das meine letzte Saison", erklärte Kahn, für den das Karriereende nach der Spielzeit "absolut klar" ist.

"Kahn-Prinzip"

Die vielen Übungsstunden an der Donauquelle ließen Kahn keine Zeit zum geliebten Golfspiel. Dafür konnte er in seiner "vierten täglichen Trainingseinheit" einige Seiten seines neuen Buches schreiben: Im "Kahn-Prinzip" will er Erfolgsmechanismen eines Torwarts auf Wettkämpfer in allen Bereichen übertragen. Außerdem möchte der nach der WM 2002 in Asien als "Titan" gefeierte Kahn mit dem Buchschreiben seine Laufbahn Revue passieren lassen, um offen für neue Aufgaben zu sein - wie dem Abenteuer Fernost. "Bei Besuchen in China, Japan oder Korea habe ich festgestellt, dass es Interesse und unheimlichen Nachholbedarf gibt, was das Torwartspiel anbelangt", schilderte Kahn, der in Asien "ein bisschen Entwicklungshilfe" leisten will. "Ich werde sehr viel Zeit dort unten verbringen."

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge stellte im Vorjahr Züge eines Griesgrams bei Kahn fest, mit mehr Erfolg soll sich die Laune wieder heben. "Es macht immer nur dann Spaß beim FC Bayern, wenn du auf Platz eins stehst. Ich gehe davon aus, dass wir viel Spaß haben und ich gute Laune haben werde", erklärte der Keeper, der "auf allen Hochzeiten tanzen und alle Titel gewinnen will". Zwar ist Kahn vom Erfolg überzeugt, doch zu einem Selbstläufer werde die Saison nicht. "Ich habe 1996 das so genannte Dream-Team unter Otto Rehhagel erlebt. Damals waren wir eine Mannschaft mit unglaublich qualitativ hochwertigen Spielern, aber es gab viele Probleme", warnte Kahn. (mit dpa)