FC Bayern : Neuer Wirbel um Podolski

Dreieinhalb Wochen vor dem ersten Pflichtspiel der Bayern machen Gerüchte über Lukas Podolski die Runde. Ein ominöses "Vorkaufsrecht" für den 1. FC Köln soll den FC Bayern an Bedingungen binden.

Lukas Podolski Foto: dpa
Bayern-Stürmer Lukas Podolski. -Foto: dpa

MünchenNach nur 16 Tagen Urlaub haben die sechs Vize-Europameister des FC Bayern München inklusive Neuzugang Tim Borowski am Donnerstag die Saison-Vorbereitung beim deutschen Fußball-Meister aufgenommen. Neuen Wirbel gab es pünktlich zum Trainingseinstieg der deutschen Nationalspieler um Stürmer Lukas Podolski.

Das Fachmagazin "kicker" und die "Bild"-Zeitung berichteten am Donnerstag von einem angeblichen "Vorkaufsrecht", dass sich sein Ex-Club 1. FC Köln beim Transfer nach München im Sommer 2006 gesichert haben soll. Nach dieser Vertragsklausel müsse der Rekordmeister den Bundesliga-Aufsteiger unterrichten, falls er Podolski an einen anderen Verein abgeben möchte. Der 1. FC Köln könnte den 23 Jahre alten Angreifer nach den Medienberichten für die vom interessierten Verein gebotene Ablösesumme selbst verpflichten.

Der "kicker" berichtete darüber hinaus von einer angeblichen Mehrbeteiligung bei einem möglichen Weitertransfer Podolskis durch den FC Bayern. Die Münchner hatten vor zwei Jahren 10 Millionen Euro an die Kölner gezahlt, von jedem Euro mehr würden dann 30 Prozent an den FC fließen, berichtet das Fachmagazin. Eine Bestätigung für derartige Regelungen zwischen den Bayern und Kölnern gibt es nicht.

Podolski vermisst das Vertrauen in München

Podolski hatte während der Europameisterschaft, bei der er von Bundestrainer Joachim Löw in allen sechs Partien als Stammkraft im linken Mittelfeld aufgeboten worden war, mehrfach seine Unzufriedenheit über die Situation beim FC Bayern geäußert. Er vermisse das Vertrauen in München, in diesem Zusammenhang missfiel ihm zudem das Interesse des Rekordmeisters an einer Verpflichtung von Nationalstürmer Mario Gomez vom VfB Stuttgart.

Nach einem Transfer-Veto der Schwaben hatten die Bayern einen möglichen Wechsel Podolskis "ad acta" gelegt und planen im Angriff mit Luca Toni, Miroslav Klose und Podolski. Der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann will dem Angreifer im dritten Jahr zum Durchbruch beim Rekordmeister verhelfen. "Ich weiß, wie ich ihn anzupacken habe", sagte Klinsmann, der Podolski im Gegensatz zu Löw nicht im Mittelfeld einplant: "Beim FC Bayern ist Lukas Podolski ein Stürmer", hatte Klinsmann in der vergangenen Woche klargestellt.

Für die Nachzügler Podolski, Klose, Schweinsteiger, Jansen, Altintop und den ablösefrei von Werder Bremen gekommenen Borowski begann die Arbeit unter Klinsmann am Donnerstag mit diversen Leistungstests. Training mit der Mannschaft auf dem Platz stand am ersten Arbeitstag noch nicht auf dem Stundenplan. Bis auf den verletzten Franzosen Franck Ribéry, der nach seiner bei der EM erlittenen Fußverletzung (Syndesmoseriss) und der anschließenden Operation den Saisonstart verpassen wird, hat Klinsmann rund dreieinhalb Wochen vor dem ersten Pflichtspiel im DFB-Pokal bei Rot-Weiß Erfurt seinen Kader komplett beisammen. (mpr/dpa)