Der Tagesspiegel : FCBayernundNeuruppin im Olympiastadion Das Pokalspiel am 21. August wird wegen

hoher Sicherheitsvorkehrungen nach Berlin verlegt

Claus-Dieter Steyer

Neuruppin/Berlin - Berliner Fußballfreunde können sich freuen. Der FC Bayern München kommt in drei Wochen zu einem Gastspiel in die Stadt, wobei der Gegner allerdings nicht Hertha BSC heißt, sondern „Märkischer Sportverein 1919 Neuruppin“.

Er trägt sein Pokalspiel gegen die Bayern nicht im heimischen Volksparkstadion aus, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit im Olympiastadion. Die hohen Anforderungen an die Sicherheit und den Service bei einer solch brisanten Begegnung konnten auf dem heimischen Rasen des viertklassigen Oberligisten nicht erfüllt werden. Der Deutsche Fußballbund (DFB) verlangte unter anderem mehr als 200 Ordner, hohe Zäune, eine ausreichende Zahl von Toiletten und Zelte für Journalisten und Ehrengäste. Außerdem sollten zusätzliche Tribünen mit 9000 Sitzplätzen aufgestellt werden. Aus Sicherheitsgründen dürfen bei Spielen ab der 1. DFB-Pokalhauptrunde nur 20 Prozent der Zuschauer stehen.

Nach bisherigen Informationen soll die Begegnung zwischen dem Pokalverteidiger und dem Brandenburger Landespokalsieger am 21. August um 17 Uhr angepfiffen werden. Ursprünglich war zunächst der Jahn-Sportpark in Prenzlauer Berg als Austragungsort im Gespräch. Aber dort passen nur maximal 18 000 Zuschauer hinein. Offensichtlich rechnet der MSV Neuruppin mit einer größeren Besucherzahl. Bislang verfolgen die Heimspiele in der Oberliga im Schnitt gerade mal 500 Fans. Lange hatte sich der MSV gegen einen anderen Spielort als das heimische Stadion gewehrt. Noch am Tag nach der in der Stadt stürmisch gefeierten Auslosung der Partie hatte der Chef der Geschäftsstelle, Günter Soost, alle Überlegungen in dieser Richtung zurückgewiesen. „Wir wollen mit der Begegnung vor allem den Sport in unserer Stadt voranbringen und junge Leute begeistern“, sagte er damals. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass Neuruppin zu den Partnerstädten von Hertha BSC gehört.

Eine lukrative Sache ist der Umzug ins Olympiastadion allemal: Wenn zigtausende Zuschauer kommen, nimmt der Verein auf jeden Fall mehr Geld ein. Der DFB zahlt jeder Mannschaft schon allein 53000 Euro dafür, dass sie die erste Pokalhauptrunde erreichen. Außerdem erhalten der MSV und der FC Bayern vom Erlös des Spiels je 45 Prozent, der Rest geht an den Deutschen Fußballbund.

Nach den bisherigen Planungen ist für den 21. August noch ein weiteres interessantes Spiel angesetzt: Tennis Borussia tritt gegen den VfL Bochum an. Anstoß ist hier um 15.30 Uhr. Die Fußballfans müssen sich also entscheiden, wem sie die Daumen drücken wollen. Eine Life-Übertragung im Fernsehen ist nicht vorgesehen.

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