Der Tagesspiegel : FDP streitet über Kleinkinder

Berlin - Kurz vor dem Bundesparteitag der FDP an diesem Wochenende in Stuttgart provoziert der Generalsekretär der Liberalen, Dirk Niebel, Streit mit den Familienpolitikern der FDP. Zwar will auch Niebel am kommenden Wochenende für die Einführung von Betreuungsgutscheinen für Eltern von Kleinkindern unter drei Jahren eintreten. Im Gegensatz zu den Fachpolitikern der Partei sträubt er sich jedoch dagegen, die Gutscheine auf Eltern zu begrenzen, die ihre Kinder nicht zu Hause betreuen. „Eltern müssen wirklich eine Wahlfreiheit haben“, sagte er dem Tagesspiegel. Dies sei nur gegeben, wenn Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen möchten, sich den Gegenwert des Gutscheins auch bar auszahlen lassen können.

Dass er mit dieser Position nicht nur in seiner eigenen Partei aneckt, sondern auch die Position des bayerischen CSU- Chefs Edmund Stoiber stützt, der ein solches Betreuungsgeld von 150 Euro zur Bedingung für den bundesweiten Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen mit Bundeshilfen macht, stört den Familienvater Niebel nicht. Als Generalsekretär verweist er auf die Grundzüge liberaler Politik: „Jeder muss selbst entscheiden können, wo und wie sein Kind am besten betreut wird.“ asi