Fecht-EM : Schwache Vorstellung der Deutschen

Nach den Medaillen vom Dienstag können die deutschen Fechter am 3. EM-Tag nicht mit ihren Leistungen zufrieden sein. Nur Susanne König erreichte die Direktausscheidung der besten 32.

Fechten
Schlechten Tag erwischt: Die deutschen Fechter sind reihenweise ausgeschieden. -Foto: dpa

Gent/StuttgartFrust und eine fast totale Pleite folgten dem Jubel über die ersten zwei Medaillen. Am dritten Tag der Fecht-Europameisterschaften im belgischen Gent scheiterten von acht gestarteten Deutschen bereits sieben vorzeitig. Susanne König (Tauberbischofsheim) überstand im belgischen Gent als einzige deutsche Säbelfechterin die Vorrunde. Das Degenherren-Quartett verzeichnete eine totale Pleite und schied vor dem Achtelfinale aus. "Das ist bitter, ich bin schon ein bisschen geschockt. Man muss auch einmal im Einzel den Kopf hinhalten und das haben wir heute nicht getan", sagte Degen-Bundestrainer Walter Steegmüller enttäuscht.

Der Tauberbischofsheimer Jörg Fiedler unterlag in der Runde der letzten 32 dem Russen Anton Awdejew mit 11:15 Treffern. Fiedlers Teamkollege Normann Ackermann verlor gegen den Italiener Matteo Tagliarol 9:15. Christoph Kneip aus Leverkusen unterlag in der ersten Runde Adrian Pop aus Rumänien 11:12. Martin Schmitt (Tauberbischofsheim) zog gegen Sturla Torkildsen aus Norwegen mit 11:15 den Kürzeren.

Susanne König als einzige Deutsche weiter

Nicht viel besser starteten die deutschen Säbeldamen in den Tag. Sowohl die WM-Achte Alexandra Bujdoso aus Koblenz als auch die deutsche Meisterin Stefanie Kubissa aus Dormagen sowie die Eislingerin Sybille Klemm scheiterten bereits in den Rundengefechten. Die routinierte Susanne König erreichte nach ihrer Babypause als einzige Deutsche die Direktausscheidung der besten 32.

Noch am Dienstagabend hatten Bronze für Degenfechterin Britta Heidemann (Leverkusen) und vor allem Florett-Silber von Benjamin Kleibrink für zufriedene Mienen im deutschen Fechter-Lager gesorgt. Die erste Einzelmedaille des Bonners war keine Überraschung, sondern überfällig. Bereits vor einem Jahr hatte der Weltranglisten-Vierte eine WM-Medaille vor Augen, verlor aber dann gegen den späteren Weltmeister Peter Joppich. Nun gelang Kleibrink die Revanche gegen den Trainingsgefährten. "Da war keine Brisanz drin, es war nur schade, dass wir beide so früh aufeinander getroffen sind", sagte Kleibrink.

Im Finale gegen den Weltranglisten-Ersten Andrea Baldini (Italien) egalisierte Kleibrink sogar ein schnelles 0:5, unterlag dann aber 13:15. "Da hatte ich einige Konzentrationsmängel und gegen Baldini sind fünf Treffer schwer aufzuholen", ärgerte sich der 21-Jährige. "Die erste Einzelmedaille ist mir schon wichtig, aber noch wichtiger ist die Olympia-Qualifikation". Die hat nun auch Degenfechterin Britta Heidemann durch EM-Bronze im Visier. (mit dpa)