Festival : Hamburger Filmfest widmet sich der Migration

Unter dem Motto "Tor zu 1000 Welten" präsentiert sich ab morgen das Filmfestival in der Hansestadt. Den Auftakt macht die Kinokomödie "Odette Toulemonde".

Hamburg"Wir haben konkret Filme mit dem Schwerpunkt Migration ausgesucht", sagte Filmfestchef Albert Wiederspiel. "Das Thema ist omnipräsent. Es ist eines der großen Themen unserer Zeit." Auch die Eröffnung des Auswanderermuseums Ballinstadt auf der Hamburger Elbinsel Veddel habe die Veranstalter inspiriert, verstärkt "Filme aus Koffern" zu zeigen. "Vor allem persönliche Schicksale haben uns interessiert - sowohl in dokumentarischen als auch in fiktionalen Filmen." Werke aus 43 Ländern sind bis zum 4. Oktober in der Hansestadt zu sehen. Rund 40.000 Zuschauer werden dazu erwartet.

Wiederspiel erinnerte daran, dass die Geschichte des Films "schon immer eine Geschichte von Migrationen" war. Hollywood sei zum großen Teil von europäischen Einwanderern gegründet worden. "Aus aller Welt kamen Filmschaffende dorthin, weil dort die besten Bedingungen auf sie warteten", sagte der Filmfestchef. So zeigt das Festival den österreichischen Dokumentarfilm "Vienna's Lost Daughters" über acht jüdische Frauen im Alter von über 80 Jahren, die als junge Mädchen in der Nazi-Zeit mit Kindertransporten nach London gebracht wurden und von dort nach New York reisten. Im Mittelpunkt von "Dreams Of Dust" (Frankreich/Kanada/Burkina Faso) steht ein nigerianischer Bauer, der in den Goldminen von Burkina Faso sein Glück sucht.

Douglas-Sirk-Preis für Cronenberg

Der französische Comicstreifen "Persepolis" liefert nach Widerspiels Worten auf unkonventionelle Art "eine humorvolle und kritische Betrachtung" der jüngsten Geschichte Persiens. In "Roots Germania" begibt sich die Moderatorin Mo Asumang auf eine Reise zu ihren Wurzeln in Ghana. Insgesamt 106 Spiel-, 25 Dokumentar- und 10 Kurzfilme stehen auf dem Programm der 15. Festivalausgabe. Zu den Welt- und Deutschlandpremieren haben sich Schauspieler wie Alexandra Maria Lara, Jan Josef Liefers, Hannelore Hoger und Götz George angekündigt. Der kanadische Regisseur David Cronenberg erhält vor der Aufführung seines jüngsten Werkes "Tödliche Versprechen - Eastern Promises" den Douglas-Sirk-Preis.

Den Auftakt zum Filmreigen in fünf Kinos der Hansestadt gibt die Deutschlandpremiere der Kinokomödie "Odette Toulemonde". Mit dem Film liefert Bestsellerautor Eric-Emmanuel Schmitt ("Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran") sein Regiedebüt. Parallel zum Festival zeigt das Kinderfilmfest (28.9.-4.10.) zwölf Beiträge aus neun Ländern, darunter die Weltpremieren von "Die drei Räuber" und "Die drei ??? - Das Geheimnis der Geisterinsel". Schirmherrin ist Schauspielerin Heike Makatsch, selbst junge Mutter. (mit dpa)