Der Tagesspiegel : Festlich und elegant Ballgeflüster

Auf den Fluren. Beim Flanieren und Plaudern berherrscht ein Thema den Abend: Es ist der Frühling, den die Berliner wahlweise schon sehen, riechen oder hören können wollen. Wer an diesem Abend Roben in Pastelltönen trägt, kann sicher sein, mit dem Lenz in Verbindung gebracht zu werden. Vorfreude allerorten.

In der Marlenebar. Auf der Tanzfläche bewegen sich die Paare zu Stevie Wonder. Ein junger Gast ruft entzückt: „Ah! Ballsaal für die Seele!“

Vor dem Beautysalon. Am Schminktisch sitzt eine schöne Dame, die sich gerade die Lippen nachziehen lässt. An der Tür geht ein Paar vorbei. Er guckt in den Raum, dann sagt er zu seiner Frau: „Schatz, willst Du Dich nicht mal frisch machen?“ Sie guckt ein kleines bisschen beleidigt, dann kontert sie: „Na gut, bevor du mich ganz einschläferst ...“

In der Raucherlounge. Es sind nur wenige Leute da, die Tür steht weit offen, es weht ein eiskalter Luftzug durch den Raum. Sagt einer zu seinem Tischnachbarn: „Wir Raucher sind doch eindeutig die unterdrückte Minderheit.“ Antwortet der: „Ich würde eher sagen: die unterkühlte Minderheit.“

An der Austernbar. Zwei Frauen stehen nebeneinander, beide haben auffällig hübsch gestylte Frisuren. Sagt die eine zur anderen: „Kennen wir uns nicht irgendwoher? Beide überlegen. Dann fällt es ihnen ein. „Wir saßen doch heute Mittag nebeneinander beim Friseur!“

Vor der Carrera-Bahn. Hier können Männer wieder Kind sein. Die meisten Frauen versuchen, ihre Tanzpartner schnell an der Tür vorbeizuziehen. Einer schafft es trotzdem. Das Rennen, das gerade läuft, ist aber ziemlich langweilig. Der Zuschauer fragt enttäuscht: „Wieso springt denn hier keiner aus der Bahn? Kann man die Bande denn nicht mal abmachen?“

An der Sushi-Bar. Ein Mann schiebt sich an einem anderen Gast vorbei zum Buffet und fragt: „Darf ich mir hier mal einen Teller klauen?“ Schlagfertige Antwort: „Wenn Sie ihn zurückbringen ...“

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