Der Tagesspiegel : Feuer in der Deutschen Oper

Brand brach Freitagmorgen aus und beschädigte Kulissen und Requisiten. „Rüstkammer“ mit Bühnenwaffen zerstört. Vorstellungen laufen wie geplant

Jörn Hasselmann

Ein Feuer in der Deutschen Oper hat Freitagmorgen Teile der Kulissen und Requisiten beschädigt und die so genannte Rüstkammer der Oper zerstört. Dort waren Ritterrüstungen, Schwerter und Gewehre gelagert – vieles davon aus Gewichtsgründen aus Holz gefertigt. Aber auch Theatermunition und Schwarzpulver befand sich in der Rüstkammer. Opernsprecher Alexander Busche sagte, dass der Stahlschrank, in dem die Pyrotechnik lagerte, den Flammen standgehalten habe. Dieser Schrank versiegele sich selbst bei Hitzeeinwirkung. „Nichts ist explodiert.“

Die Feuerwehr war um 7.20 Uhr von der automatischen Brandmeldeanlage alarmiert worden. 130 Feuerwehrleute bekämpften die Flammen, die 300 Quadratmeter Fläche und auch die Hof-Fassade des Gebäudes erfasst hatten. Vom Haupteingang an der Bismarckstraße war der Brand in einem rückwärtigen Bereich des ausgedehnten Komplexes nicht zu sehen. Das Hauptgebäude mit der Bühne war nicht betroffen, die für Freitagabend angesetzte Aufführung der „Schneekönigin“ solle wie geplant stattfinden, sagte Busche. Allerdings müssten die Feuerwerkseffekte der Aufführung ausfallen.

Die Ursache des Brandes ist unklar. Die Oper sprach von einem technischen Defekt, das Landeskriminalamt schloss diesen aus. Verletzt wurde niemand. Die Höhe des Schadens konnte die Oper gestern noch nicht beziffern.

„Es ist glimpflich abgegangen“, sagte der stellvertretende Feuerwehrchef Wilfried Gräfling. Alle Brandschutztüren und Sicherheitseinrichtungen hätten ausgezeichnet funktioniert. Problematisch war allerdings, dass sich die Flammen außen am Gebäude unter der Eternitfassade ausbreiteten. Die Feuerwehr riss deshalb die Verkleidung von der Wand.

Wenn der Brand in das direkt angrenzende Requisitenhochlager übergegriffen hätte, „hätte das hier anders geendet“, sagte Gräfling. Theaterrequisiten sind überwiegend aus Holz und anderen leicht brennbaren Stoffen. Dennoch beklagte die Kostümdirektorin der Oper, Dorothea Katzer, „erhebliche Verluste“. So seien die Dolche der „Zauberflöte“ zerstört.

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