Der Tagesspiegel : Feuerwehr klagt über alte Technik

Michael Mara

Potsdam - Die in diesem heißen Sommer besonders strapazierten Feuerwehren Brandenburgs brauchen „dringend mehr Unterstützung“. Das hat Landesbranddirektor Henry Merz am Montag gegenüber dem Tagesspiegel erklärt. „Etwa ein Drittel der Technik ist veraltet. Die Fahrer sind jünger als die Löschfahrzeuge“, sagte Merz. Zu schaffen machten den Feuerwehren auch Nachwuchsmangel und eine hohe Fluktuation. Besonders betroffen seien die Randregionen. Dort mussten mangels Mitgliedern bereits 100 kleinere Ortswehren geschlossen werden. „In einzelnen Kommunen kann es schon jetzt kritisch werden“, warnte Merz.

Die SPD-CDU-Koalition sieht offenbar den Ernst der Lage: Im neuen Kommunalen Finanzausgleichsgesetz, das das Kabinett heute beschließen und dem Landtag übergeben will, ist künftig eine zweckgebundene Förderung für die Feuerwehren von neun Millionen Euro jährlich vorgesehen. „Wenn der Landtag zustimmt und wir das Geld bekommen, schlagen wir ab 2007 los“, erklärte Merz. Moderne Löschzüge kosteten ab 220 000 Euro, so dass man „einiges machen kann“. Die Landesregierung hatte 1996 die Förderung der Feuerwehren eingestellt und den Kommunen übertragen. Diese hätten aber, sagte Merz, oft andere Prioritäten gesetzt und die Investitionen heruntergefahren.

Dass dies gefährlich werden kann, unterstreicht der Hitze-Sommer 2006: Bislang seien an die 700 Hektar Wald- und Feldflächen abgebrannt. Damit sei die Bilanz des „Brandsommers 2003“ erreicht, so Merz. Dass es bisher nicht schlimmer gekommen ist, führt er auch auf das moderne Überwachungssystem mit Kameras zurück, mit dem die Brandwächter auf den Türmen abgelöst werden. Rund 80 Kameras sind bereits installiert, über 100 geplant. Als Reaktion auf den anhaltenden Mitgliederschwund in den Randregionen werden dort Stützpunktfeuerwehren aufgebaut, die die Kräfte bündeln sollen, und verstärkt Frauen angeworben.

Die Waldbrandlage zu Wochenbeginn sieht Merz „leicht entspannt“, obwohl es „keine Entwarnung“ gebe. „Es muss erst richtig regnen.“

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