Fifa-Entscheidung : Hertha sieht sich im Fall Kacar in neuer Situation

Hertha BSC muss im Fall Gojko Kacar umdenken. Unter gewissen Umständen wird der Verein den Serben nun doch für die Olympischen Spiele abstellen. Die neue Position ist eine Reaktion auf Joseph Blatters Brief an alle Mitgliedsverbände.

Kacar
Vielleicht müssen sich Dieter Hoeneß (l), Lucien Favre (r) und Serbe Gojko Kacar noch mal zusammensetzen, um Kacars Abstellung für...Foto: dpa

Zwei Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele hat Hertha BSC neu auf die Nominierung des Serben Gojko Kacar reagiert. Der Berliner Fußball-Bundesligist hatte sich eigentlich mit dem 21-jährigen Mittelfeldspieler bereits darauf verständigt, dass Kacar nicht nach Peking reist. Durch den Brief von Fifa-Chef Joseph Blatter an alle Mitgliedsverbände, der die Position des Weltverbandes Fifa dargelegt und alle Clubs zur Abstellung ihrer Spieler unter 23 Jahren verpflichtet hatte, sei aber "eine neue Situation entstanden", erklärte der Berliner Club am Freitag. Man wolle sich Werder Bremen und Schalke 04 anschließen und den Schiedsspruch des Internationalen Sportgerichtshofes CAS sowie weitere Fifa-Entscheidungen abwarten.

Falls der CAS wie die Fifa für eine Abstellpflicht entscheidet, müsse man umdenken, betonte Hertha-Manager Dieter Hoeneß. Nach den Irritationen durch den Blatter-Brief hatten Kacar und Hertha BSC nochmals Verbindung zum serbischen Verband aufgenommen. Im Fall des 29 Jahre alten serbischen Stürmers Pantelic, der ebenfalls für Peking nominiert worden war, bleibt Hertha aber beim klaren "Nein" zu einer Abstellung. Pantelic würde nicht unter die Regel für Spieler unter 23 Jahre fallen. Nach Auffassung des DFB, der Deutschen Fußball Liga (DFL) und der European Club Association (ECA) gebe es aber auch keine Abstellpflicht für die U23-Spieler.