Filmindustrie : Oliver Stone unterstützt Streik der Autoren

US-Regisseur Oliver Stone hat Verständnis für den Streik der Drehbuchautoren in Hollywood. Die Studios seien extrem gierig geworden, denn sie seien inzwischen Teil großer Konzerne, sagte der 61-Jährige.

BerlinDie Konglomerate der Filmindustrie seien am ehesten mit den Finanzdienstleistern zu vergleichen. "Sie haben keinen Bezug zur Wirklichkeit, haben die Kontrolle über ihr Geschäft verloren. Menschen spielen darin keine Rolle", kritisierte er in der Zeitung "Die Welt".

Früher sei man noch fair miteinander umgegangen, aber das gelte nicht mehr, sagte der Oscar-Gewinner, der selbst Mitglied der Autorengewerkschaft ist. "Ich hoffe, es gibt vielleicht eine dritte Partei, die einschreitet und ein wenig Vernunft zurückbringt", betonte er. Aber die Rahmenbedingungen sähen nicht so gut aus.  Die Drehbuchautoren streiken, weil sie an Einkünften von DVDs und Internetprodukten besser beteiligt werden wollen.

Das Drehbuch zu Stones Vietnam-Drama "Pinkville" ist nach seinen Angaben rechtzeitig vor dem Streik fertig geworden. Momentan habe er noch zwei andere Skripts, die bereits ohne weitere Arbeit drehreif seien. "Über die habe ich völlige Kontrolle, denn ich habe sie selbst entwickelt", sagte der Regisseur. "Nach 'Natural Born Killers' habe ich keinen Studio-Deal mehr abgeschlossen, denn ich bin es total leid, Stoffe zu schreiben, die sie besitzen." (mit ddp)