Filmpark Babelsberg : Absturz mit Raumschiff Enterprise

Der Filmpark Babelsberg schließt die Star-Trek-Schau vorzeitig an diesem Sonntag, da der US-Partnerfirma die Lizenz entzogen wurde.

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Weggebeamt. Weil dem US-Unternehmen Exploration II Inc. die Star-Trek-Lizenz entzogen wurde, muss Filmparkchef Friedhelm Schatz (r.) die Ausstellung in der Caligari-Halle zweieinhalb Monate früher schließen. Foto: Manfred Thomas
Weggebeamt. Weil dem US-Unternehmen Exploration II Inc. die Star-Trek-Lizenz entzogen wurde, muss Filmparkchef Friedhelm Schatz...

Potsdam - Vorfristiger Abflug für Captain Kirk & Co.: Die große Star-Trek-Ausstellung im Filmpark Babelsberg schließt bereits an diesem Sonntag. Eigentlich sollte die am 1. Mai eröffnete Schau in der Caligari-Halle noch bis zum 31. Oktober zu sehen sein.

„Wegen unüberbrückbarer Differenzen mit unserem Vertragspartner Exploration II Inc. war die Entscheidung, die Ausstellung vorzeitig zu beenden, nach sorgfältiger Abwägung unvermeidbar“, erklärte Filmparkchef Friedhelm Schatz. Der US-amerikanische Mediengigant CBS habe „aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen kann“, der Exploration II Inc. die Lizenz für die Ausstellung entzogen, sagte Schatz. „Wir hätten mit der Ausstellung im lizenzfreien Raum gehangen.“ Da er sich nicht „mit amerikanischen Anwälten anlegen“ wolle, habe er entschieden, „die Reißleine zu ziehen“. Zum einen, um nicht durch unerlaubte Lizenznahme in juristische Schwierigkeiten zu kommen, zum anderen, um die Caligari-Halle wieder für eigene Veranstaltungen nutzen zu können. Schatz zeigte sich enttäuscht und verärgert über die plötzliche Eskalation in Übersee, die ihn „überrascht“ habe.

Insgesamt 1,6 Millionen Euro hatte der Filmpark in die Ausstellung investiert, in der 300 Exponate aus dem inzwischen 45 Jahre, fünf Serien und bislang elf Kinofilme umfassenden „Star Trek“-Universum zu sehen sind, darunter Kirks Kommandobrücke aus der ersten Fernsehserie und als Weltpremiere der Transporterraum aus dem letzten Star-Trek-Film von 2009. Einen Teil der Lizenzgebühren will Schatz nun zurückerstattet haben. Und womöglich auch Schadensersatz fordern. „Wir prüfen das“, sagte Schatz. Allerdings sei dies mit einem Gerichtsstand in New York nicht einfach.

Mit 130 000 Besuchern hatte Schatz kalkuliert, um in die Gewinnzone zu kommen. Bislang habe man 30 000 Trekkies gezählt. Schatz hofft, dass es bis zum Ende der Woche 40 000 werden. Traditionell seien aber die letzten Wochen die besucherstärksten, sagte Schatz. Dies sei auch bei der „Herr der Ringe“-Ausstellung so gewesen, die 2007 im Filmpark gezeigt wurde. Bei „Star Trek“ wäre der Oktober am besten gelaufen, glaubt der Filmparkchef.

Mit dem bisherigen Interesse an der Ausstellung sei er zufrieden gewesen. Die erhofften Synergieeffekte mit dem Filmpark hätten sich dadurch eingestellt, dass viele Gäste den Rundgang durch die Star-Trek-Schau mit einem Besuch des Filmparks kombinierten.

Um die Fans nicht zu enttäuschen, erwägt Schatz, am Sonntag statt bis 18 Uhr bis 22 Uhr zu öffnen, bevor am Montag der Abbau der Exponate beginnt. Wer bereits im Vorverkauf Tickets für die Zeit nach dem 14. August erworben hat, kann sie zurückgeben oder ohne Aufpreis gegen teurere Filmpark-Eintrittskarten umtauschen.

Ungeachtet des Star-Trek-Problems will Schatz weiterhin versuchen, große Filmausstellungen nach Babelsberg zu holen. „Wir haben nichts falsch gemacht“, sagte er. „Wir müssen das als Einzelfall abhaken.“ Peer Straube

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