Finanzen : Bundesbank steigert Gewinn

Wegen hoher Zinsen hat die Bundesbank im vergangenen Jahr 6,3 Milliarden Euro verdient. Ab dem kommenden Jahr sollen mit einem Teil des Gewinns des Kreditinstituts die Schulden für das Konjunkturpaket der Bundesregierung getilgt werden.

Frankfurt/MainDer Gewinn der Bundesbank lag damit deutlich über dem Vorjahr, wie die Bundesbank am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte. 2007 hatte die deutsche Zentralbank noch 4,3 Milliarden Euro verdient. Die Bilanzsumme der Bundesbank stieg 2008 deutlich um 129 Milliarden Euro auf 613 Milliarden Euro. Grund sind die massiven Interventionen der Zentralbanken weltweit, mit denen sie 2008 Geld in die Märkte pumpten, um für ausreichend Liquidität zu sorgen. Der Gewinn der Bundesbank fließt komplett in den Bundeshalt.

Die deutsche Zentralbank verdiente vor allem aufgrund der im vergangenen Jahr anfangs noch hohen Zinsen gut. Die Zinserträge betrugen 16,9 Milliarden Euro, dem standen Zinsaufwendungen von 8,5 Milliarden Euro gegenüber. Unter dem Strich verdiente die Bundesbank mit Zinsen also 8,4 Milliarden Euro. Die Bundesbank verleiht an Sparkassen, Genossenschafts- und Privatbanken kurzfristig Geld und nimmt dafür Zinsen. Den Zinssatz dafür, den sogenannten Leitzins, legt die Europäische Zentralbank fest.

Leitzins auf dem niedrigsten Stand seit Einführung des Euro

Vor Beginn der Wirtschaftskrise lag der Leitzins noch bei 4,25 Prozent. Inzwischen hat ihn die EZB in mehreren Schritten auf 1,5 Prozent gesenkt, den niedrigsten Stand seit Einführung des Euro. Der Gewinn stieg nach Angaben der Bundesbank zudem, weil sie 2008 im Gegensatz zum Vorjahr keine Abschreibungen auf Devisen und Wertpapiere vornehmen musste.

Die Bank hält einen Teil ihrer Währungsreserven in anderen Währungen, vor allem in Dollar. Die US-Währung gewinnt seit dem vergangenen Jahr wieder deutlich an Wert. Auch ihre Anlagen in Gold konnte die Bundesbank für 2008 höher bewerten. Ihren Gewinn führte die Bundesbank dieses Jahr erstmals seit langem komplett an den Bundeshaushalt ab. Bislang hatte sie einen Teil des Geldes an den sogenannten Erblastentilgungsfonds abführen müssen, in dem die Altschulden der DDR gebündelt waren. Diese sind inzwischen weitgehend abbezahlt, weshalb das Geld komplett in den Haushalt fließt.

Ab dem kommenden Jahr könnte sich das wieder ändern: Die Schulden für die Konjunkturmaßnahmen der Bundesregierung sollen ebenfalls aus einem Tilgungsfonds abbezahlt werden. Dafür könnte auch wieder ein Teil des Bundesbankgewinns benutzt werden. (mfa/AFP)