Finanzen : Öffentliche Kassen nehmen mehr ein

In der ersten Hälfte des Jahres haben öffentliche Kassen rund 500 Milliarden Euro eingenommen - ein Zuwachs von drei Prozent. Die Länder sehen dabei besser aus als der Bund: Sie haben ihr Defizit fast vollständig abgebaut.

WiesbadenDie öffentlichen Kassen haben in der ersten Hälfte dieses Jahres mit 489,3 Milliarden Euro 3,1 Prozent mehr eingenommen als vor Jahresfrist. Da die Ausgaben mit 505 Milliarden Euro annähernd gleich blieben, sank das Finanzierungsdefizit um mehr als die Hälfte auf 14,8 Milliarden Euro. Nach den vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlichten Zahlen haben die Länder ihr Defizit fast vollständig abgebaut und die Kommunen sogar einen leichten Überschuss verzeichnet.

Der Bund hatte hingegen noch ein Defizit von 15,2 Milliarden Euro. Auch bei den Sozialkassen fehlte eine halbe Milliarde Euro in der Kasse. Vor allem wegen des deutlich gestiegenen Gewinns der Bundesbank (4,2 Milliarden Euro nach 2,9 Milliarden im Jahr 2005) stiegen die Einnahmen des Staats aus wirtschaftlicher Tätigkeit um gut 17 Prozent.

Bei den Ausgaben schmolzen die Posten für Personal im öffentlichen Dienst (minus 0,4 Prozent) und für soziale Leistungen (minus 2,6 Prozent), während die Sachinvestitionen um 6,4 Prozent stiegen. Das Statistische Bundesamt wies auf Berechnungsunterschiede zwischen Kassenstatistik und der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung hin, der zufolge vor gut einem Monat für den Gesamtstaat kein Defizit, sondern ein Überschuss von 1,2 Milliarden Euro ausgewiesen worden war. Dies liege an unterschiedlichen zeitlichen Zuordnungen. (mit dpa)