Finanzierung : Transrapid wieder wahrscheinlicher

Bayerns Wirtschaftsminister Huber ist bei Verkehrsminister Tiefensee mit seinen Transrapid-Plänen offenbar auf offene Ohren gestoßen. Die Finanzierung stehe zu 90 Prozent, freut sich Huber.

Transrapid
Er steht und steht: Der Transrapid vor dem Terminal II in München. -Foto: ddp

BerlinDie Verhandlungen zwischen Bundesregierung und Bayern über das Münchner Transrapid-Projekt kommen schneller voran als zunächst angenommen. Bereits in der ersten Runde verständigten sich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und sein bayerischer Kollege Erwin Huber (CSU) bis auf eine Finanzlücke von 165 Millionen Euro. Tiefensee sagte, der Bund sei maximal zu einem Beitrag von 925 Millionen Euro bereit, Bayern wolle 475 Millionen übernehmen. Beide Seiten erwarten für die Magnetschwebebahn Gesamtkosten von 1,85 Milliarden Euro.

Huber fügte hinzu, die Tatsache, dass schon jetzt Einigkeit über 90 Prozent der Summe bestehe, zeige, dass die Verhandlungen "mit großem Engagement weitergeführt werden". Gleichwohl erwartet er für die kommende Zeit "schwierige Verhandlungen". Ein genauer Termin wurde nicht genannt. Die Gespräche sollen aber "in den nächsten Wochen" fortgeführt werden. Dafür sei jetzt das Fundament gelegt, sagte Tiefensee. "Es war ein Schritt nach vorn auf dem Weg zur Realisierung des Projekts."

Transrapid in Bayern äußerst umstritten

Der Transrapid soll den Münchner Flughafen auf einer 37 Kilometer langen Strecke mit der Innenstadt verbinden. Grünes Licht für Verhandlungen über das gerade auch in Bayern äußerst umstrittene - und dort auch von der SPD abgelehnte - Projekt hatten am Freitag Tiefensee und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) zusammen mit Haushalts- und Verkehrspolitikern der SPD-Fraktion gegeben. Nach Presseberichten hatte es auch grünes Licht aus dem Kanzleramt gegeben.

Länder wie Brandenburg machen mobil gegen die Transrapid-Teilfinanzierung durch den Bund. Die Bundesregierung wollte die Gespräche möglichst im September zu Ende bringen, wie zunächst zu erfahren war. Politische Alternative in München wäre eine S-Bahnstrecke zum Flughafen.

Beide Verkehrsminister gehen jetzt weiterhin von insgesamt 1,85 Milliarden Aufwendungen für den Transrapid aus. Steinbrück hatte zuvor nicht ausgeschlossen, dass das Projekt auch teurer werden könnte. Tiefensee äußerte sich "erfreut", dass Bayern einen Anteil von 475 Millionen Euro übernehmen wolle. Das Angebot des Bundes über 925 Millionen sei ein "absoluter Maximalbetrag". Die offen gebliebene Differenz von 165 Millionen Euro "und die Risikoabdeckung" müssten geschlossen werden von Bayern, der Deutschen Bahn AG, dem Flughafen München und der Industrie. Tiefensee will jetzt versuchen, noch Mittel bei der EU-Kommission locker zu machen. (mit dpa)