Finanzkrise : AIG-Manager zahlen 50 Millionen Dollar zurück

Nach heftiger Kritik der Öffentlichkeit will eine Reihe führender Manager des schwer angeschlagenen US-Versicherungsriesen AIG ihre Boni zurückzahlen. Noch Mitte März wurden den Managern mindestens 165 Millionen Dollar an Manager-Boni ausgezahlt.

WashingtonNeun der zehn Manager mit den höchsten Zulagen hätten sich zur Rückzahlung bereit erklärt, von den Top 20 wollten 15 ihre Boni nicht behalten, teilte der New Yorker Staatsanwalt Andrew Cuomo am Montag mit. Nach seinen Schätzungen entspricht dies einem Betrag von 50 Millionen Dollar.

Die "New York Times" hatte zuvor berichtet, vor allem Manager aus der Sparte für Finanzprodukte wollten auf umstrittene Boni in Höhe von 30 Millionen Euro verzichten. Die Sparte gilt als hauptverantwortlich für die hohen Verluste des einstmals weltgrößten Versicherungskonzerns, den die Regierung mit Steuergeldern in Höhe von etwa 180 Milliarden Dollar vor der Pleite bewahrte.

Dass von den Geldern Mitte März noch mindestens 165 Millionen Dollar an Manager-Boni ausgezahlt wurden, hatte in den USA einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Das Repräsentantenhaus erließ in der vergangenen Woche eine 90-prozentige Strafsteuer für Manager von Unternehmen, die Staatshilfe erhalten. Die Zustimmung des US-Senats zu der Gesetzesvorlage gilt allerdings als fraglich. Cuomo bedankte sich bei den rückzahlungswilligen Managern für ihre Einsicht. Diese hätten richtig gehandelt und "dem Land gegeben, was es braucht".

100 Milliarden Dollar Verlust

AIG hatte Anfang März bekanntgegeben, am Ende des vergangenen Jahres den größten Verlust der US-Wirtschaftsgeschichte gemacht zu haben. Das Unternehmen verlor im vierten Quartal 2008 rund 61,7 Milliarden Dollar (rund 49 Milliarden Euro). Für das gesamte vergangene Jahr beläuft sich der Verlust auf knapp 100 Milliarden Dollar.

US-Finanzminister Timothy Geithner muss am Dienstag in der Affäre um Bonus-Zahlungen bei AIG im US-Repräsentantenhaus Rede und Antwort stehen. Kritiker halten Geithner unter anderem vor, er hätte die Zahlungen verhindern müssen. Der Staat hält immerhin inzwischen 80 Prozent der AIG-Anteile. (küs/AFP)