Finanzkrise : Hertie darf auf Rettung hoffen

Eine Gruppe von Investoren will die insolvente Warenhauskette Hertie möglichst komplett übernehmen und weiterführen.

DüsseldorfEine entsprechende Absichtserklärung sei mit Insolvenzverwalter Biner Bähr bereits unterzeichnet worden, sagte ein Hertie-Sprecher. Die Gruppe, die aus Handelsmanagern aus dem In- und Ausland besteht, wolle möglichst alle noch bestehenden Filialen samt Konzernzentrale retten, um damit einen Großteil der Arbeitsplätze zu erhalten. Mit Bähr sei bereits Einigkeit über den Kaufpreis für Marke, Inventar und Warenbestand erzielt worden.

Auch das Land Nordrhein-Westfalen habe signalisiert, eine mögliche Rettung mit Bürgschaften zu unterstützen. Hertie betreibt 54 Warenhäuser und beschäftigt 2800 Mitarbeiter. Sollte es nicht zu einem Kauf kommen, droht die Schließung.

Strittig sei weiter die Frage nach der Zukunft der Immobilien. Der britische Hertie-Eigentümer Dawnay Day hatte sich mit Immobilien verspekuliert und war 2008 selbst in die Insolvenz gegangen. Seitdem ist dessen Tochter Mercatoria Acquisitions (MABV) für die Verwertung der Hertie-Gebäude zuständig und will die Häuser einzeln verkaufen. Bähr und die Investoren strebten ursprünglich eine Vermietung der Immobilien im Paket für mindestens für fünf Jahre an. (aku/dpa)